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Lothars II. Elleangelegenheiten.
gebrochen zu haben. In diesen Fall ist es aber keinem Theilebei Lebzeiten cles anderen Theiles gestattet, eine neue Eheeinzugehen. •
Die Königin wandte sich von Neustrien aus nach Rom,wo seit 858 der kräftige Nikolaus I. (858—867) den päpstlichenStuhl zierte, welcher sich der bedrängten Frau annahm.Nachdem im Juni des Jahres 863 auf einer Synode zu Metzdie Königin ungehört verurtheilt worden war, wurden dieErzbischöfe Gunthar und Teutgaud nach Rom geschickt, umdem Papste die Akten der Synode zu überbringen. Dieserberief im October desselben Jahres eine Synode in den Late-ran, zu welcher auch die lothringischen Erzbischöfe eingela-den wurden, und verkündete in Form eines an alle Bischöfegerichteten Dekretes nach den Jahrbüchern von Fulda fol-gendes Urtheil: Nikolaus, Bischof, Knecht der Knechte . . . .Allen ist das schwere Vergehen kund, welches an den beidenFrauen, Theotberga und Waldrade, König Lothar begangenhat, wenn in Wahrheit König derjenige genannt werden kann,welcher die Gelüste des Körpers nicht durch eine heilsameSelbstbeherrschung ziigelt, vielmehr in weichlicher Entartungdessen sündhaften Trieben nachgiebt. Dass er zu solchemThun schon lange die Bischöfe Teutgaud und Gunthar zuUrhebern und Handlangern gehabt habe, berichtet uns fastder ganze Erdkreis, welcher von allen Seiten zu den Schwellender Apostel oder zum apostolischen Stuhl hinströmt, währendnoch solche fehlten, welche dies dem apostolischen Stuhleschrieben. Wir sträubten uns um so mehr, dies zu glauben,je weniger wir solches von Bischöfen zu hören vermutheten;bis sie endlich zur Zeit des Conciliums selbst nach Romkamen und von Uns und der heiligen Synode als solche er-kannt wurden, als welche sie so oft von vielen bezeichnetworden waren, so dass sie durch die Schrift, welche sie miteigener Hand entworfen und die sie durch unsere Hand be-kräftigt sehen wollten, entlarvt wurden, und während sieden Schuldlosen eine Falle zu stellen bemüht waren, sich inihre eigenen Stricke verwickelten. So ist durch Gottes Fügunggeschehen, was wir in dem Buche der Sprüchwörter lesen:Vergebens wird das Netz in Gegenwart der Vögel gespannt,denn sie selber verwickelten sich und fielen; Wir aber, von
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