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1 (1873) Von den Anfängen bis zum Jahre 1400
Entstehung
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Die Pfalzkapelle.

In der Pfalz lag die Marienkirche, in früheren Jahr-hunderten meist die Kapelle genannt. Der gewöhnlichen An-nahme nach beginnt ihr Bau mit dem Jahre 796, wahr-scheinlich aber früher, denn Alcuin spricht in einem Briefezum Jahre 797 von ihrer nahen Vollendung. Papst Leo III.,welcher 803 mit Karl Weihnachten in Kiersy gefeiert hatte,weihte sie 804 am Tage der heiligen Dreikönige.

Das Material zum Bau der Pfalzkirche liess Karl vonverschiedenen Seiten herbeischaffen: von den niedergelegtenMauern der Stadt Yerdun an der Maas bezogene Quadersteine,die trotz der grossen Entfernung auf Fahrzeugen, etwa Flössen,die Maas hinunter an denjenigen Punkt gebracht werdenkonnten, wo die Maas der Pfalz am nächsten war, für Land-strassen hatten die Römer gesorgt; Marmor lieferte der Stein-bruch bei dem Dorfe Kreil zwischen Köln und Effern, derdem Gereonstifte in Köln gehörte, welches dafür Güter inViersen erhalten haben soll, auch Trier gab Marmor und Mu-siven. Den grössten Schmuck und die werthvollsten Stückefür seine neue Kirche bezog jedoch Karl mit Bewilligungseines väterlichen Freundes Hadrians I. (772795) von Ra-venna. Nach einem Briefe des Papstes «gestattet dieser ihmgerne und in aufrichtiger Freundschaft, sowohl Marmor alsMusiven und andere Muster von daher zu nehmen, weil dieKirche des heiligen Petrus durch ihn sich vieler Vortheileerfreue.« Einhard erzählt, dass Karl, da er Säulen und Mar-mor anderwärts nicht habe erlangen können, solche von Romund Ravenna habe kommen lassen, nachdem er gesagt hat,der König habe die Kirche mit Gold und Silber, Leuchternund Gittern und mit Thüren von Erz geschmückt, ohne an-zugeben, was man gewöhnlich annimmt, er habe auch dieseaus Italien kommen lassen. x )

Die Kapelle ist in ihren Hauptbestandteilen erhaltenworden-, obgleich sie in ihrer äusseren Erscheinung zu ver-schiedenen Zeiten sich verschieden darstellt, wie das Reliefbildauf dem Reliquienschrein, welcher seit dem Jahre 1215 die

*) Franz Bock in seinem Werke, Karls des Grossen Pfalzkapelleund ihre Kunstschätze, nimmt nach dem Mönch von St. Gallen an, dieGitter und Thüren seien in Achen gegossen worden.