Vorwort.
III
haben mir diese in mich zur Dankbarkeit verpflichtenderWeise zur Verfügung gestellt. Wo der Inhalt der Urkundezur Charakteristik der Zeit, der Personen und Zustände oderals Sprachprobe sich eignete, habe ich ihn entweder in derUebersetzung oder auch, wo sein Verständniss leicht war,wörtlich in den Gang der Erzählung aufgenommen.
Wie bei dem Individuum, hei der Familie es Periodengibt, wo das Leben in gleichem Flusse ohne der Aufzeich-nung werthe Vorkommnisse sich fortbewegt, so gibt es auchin der Gemeinde Zeiträume, die dem Geschichtschreiber keinebemerkenswerthe Ereignisse aufzuweisen haben. Aber ausser-dem haben Feuersbrünste, Vernachlässigung und muthwilligeZerstörung Lücken in unseren Quellen verursacht. Tröstenwir uns demnach mit Böhmer, der, wie kein Anderer,die Geschichte unserer Städte kannte. Er sagt näm-lich : »Zu einer abgerundeten Gemeindebiographie bietenselbst unsere grösseren Städte kein hinreichendes Material.«(Janssen, das Leben ßöhmer's, III, 410.) Die Entwickelungder religiösen Zerwürfnisse des 16. und des 17. Jahrhun-derts habe ich hauptsächlich nach Peter ä Beeck dargestellt,welcher die vom Rathsschreiber Balthasar Münster nach dennun nicht mehr vorhandenen Bathsprotokollen entworfene Aus-arbeitung seiner Erzählung zu Grunde legte. Die mir von HerrnProfessor Dr. Hugo Loersch in Bonn freundlichst zur Ver-fügung gestellten Auszüge aus den Archiven von Berlin undDresden stimmen mit den Beeck'schen Angaben überein. Ichbetrachte es als ein überaus günstiges Zusammentreffen, dassHerr Prof. Loersch, der uns 1871 mit den höchst interes-santen Achener Bechtsdenkmälern erfreute, im Begriffe ist,eine Achener Rechtsgeschichte herauszugeben. Demselbenverdankt der Leser die zweite dem ersten Bande beigegebeneBeilage: ein genaues Verzeichniss der an den Achener Schöf-fenstuhl appellirenden Städte und Ortschaften.