Daß Er sein Glück wo anders suchen sollteUnd dennoch geht er nicht.
Hofbediente. O Herr, ich weiß —
Joh. Wilh. Was weiß er denn? Wußt Er wie überdrüssigIch seiner bin und seines Ungeschicks!
Dem Pharao war doch in allen PlagenEin Wechsel noch, doch mir das Einerlei,
Die ew'ge Langweil seines Ungeschicks!
Hofbediente. O Herr, ich weiß, daß ungeschickt ich bin,
Doch ist mir auch bekannt, daß Eure HuldUnd Eure Herzensgüte tausendfaltSo groß als meine Ungeschicklichkeit.
Wenn ich auch Euch im Dienst nicht tauglich bin,
So denkt doch, daß ich eines Herrn bedarf,
Und ach! wo fänd ich rings in aller WeltEinen so gute» gnädigen wie Euch!?
Dies hält mich hier, nicht weil Ihr mich bedürft,
Nein! weil ich Euer so bedürftig bin.
Joh. Wilh. (lacht.. So werd ich Ihn behalten müssen. Geh!
Hofbediente. Ich danke Euer Durchlaucht, (ab.)
Klaus. Ei! so sind die Menschen,
Wie dieser Tölpel spricht, so denken Alle,
Ein Jeder hält sich für den MittelpunktDer Welt, um den sich Alles drehen soll.
Joh. Wilh. Der Selbsterhaltungstrieb ist ja der Hebel,Der alle Welt bewegt. Warum bei AndernVerachten, was in eig'ner Seele wohnt? —
Neunter Auftritt»
(Vorige. Ein zweiter Hofbediente tritt ein.)
Zweiter Hofbediente. Wie ich erfuhr bei Küster und Pastor,Kein Todesfall kam in der Stadt heut vor.
Joh. Wilh. Schon gut! Führ diesen Mann zur Küch und labtIhn dort aufs best vom Besten, das ihr habt.
Des Weines sollt Ihr auch dabei nicht schonen.
Heinz. Herr! das ist dankenswerth, Gott wird Euch lohnen!
(Heinz mit dem zweiten Hosbedienten ab.)
Zehnter Auftritt.
(Joh. Wilh. und Klaus.)
Klaus. Der Selbsterhaltungstrieb treibt ihn zur KücheUnd bald vergißt er lachend Eure Sprüche,