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Johann Wilhelm : ein dramatisches Charakter- und Zeitbild ; in fünf Aufzügen
Entstehung
Seite
57
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Auch Speck und Erbsen werden dort ihm mundenAls Eurer Durchlaucht liebstes Leibgericht.

Joh. Wilh. So gut wie ichs im Königsforst gefundenVersteht mein Koch es zu bereiten nicht.

Er soll dorthin, die Bäu'rin soll's Ihn lehren,Die Einfachheit geht über Künstelei!

Klaus. Wenn wir nur selbst nicht so verkünstelt wären,Das ganze Leben ein verwürzter Brei!

Joh. Wilh. Nun nahen uns gar heitre Tage, Klaus,Wir ziehn zu unserm neuen Schloß hinaus;

Nach Bensberg geht's zu Freuden aller Arten,

Viel liebe Gäste hab' ich zu erwarten,

Und auch der Siegesherzog trifft dort ein.

Klaus. Wird dies der Wildbahn nicht nachteilig sein?

Joh. Wilh. Der Wildbahn? Wie?

Klaus. Ich dachte, wenn die Hase«,

Die Hirsch' und Rehe, die im Forste grasen,Den Malborough so scheun wie die Franzosen,

Sie würden dort sich nicht mehr lange stoßen.

Joh. Wilh. Gottlob, daß endlich seine HeldenhandDen wälschen Räuber warf aus unserm Land.

Doch spar den Witz und wetze dein Gehirn,

Reib kräst'ge Salben dir in Schläf' und Stirn,

Füg neue Schwänk zu aufgefrischten alten,

Die edlen Gäste dort zu unterhalten.

Und heitre Lust soll in den SommertagenDes Waidwerks Freude durch die Forste tragen,

Durch grüne Haid, durch Hochwald und durch Hecken.

Klaus. Dann werden Euch auch Speck und Erbsen schmecken.

Joh. Wilh. Wie Kinder sich auf Weihnachtbäume freuten,So sehn' ich mich, den brave» Bauersleuten,

Die fern im stillen Königsforste wohnen,

Die mir erzeigte Lieb' und Treu zu lohnen.

Zum Dank, weil Du aus dunkelm TodtenfcheinDas Recht gerettet, sollst Du Zeuge sein.

(Vorhang sällt.)