Siebenter Auftritt.
(Vorige und Heinz. Während Heinz mit den Akten eintritt, fährt Klaus fort z» sprechen:)
Wohl war's ein Todesfall, wie ihn der StadtDie Trauerglocke nie verkündet hat,
Ein harter Todesfall für Herrn und Knecht,
Denn, ach! ius Grab versank das gute Recht.
Ihr selbst, o Herr, in seinem Schutze groß,
Gabt ihm den letzten harten Todesstoß.
Joh. Wilh. Noch immer Räthsel! Sprich doch deutlich, Klaus,
Der größte Doctor wird nicht klug daraus!
Klaus. Hier dieser Bauer bringt Euch den BescheidUnd auch den Aufschluß über Ehrlichkeit.
(reicht Joh. Wilh. die offenen Schriften.)
Habt Ihr dies Urtheil uud auch dies geseheu,
So frag ich Euch, wie viel auf's Dutzend gehen.
Hätt man Euch allös ehrlich nur berichtetDie Sache wär zum Gegentheil geschlichtet.
Doch lief sie jetzt im alten Sprüchwort aus:
„Die Krähe hackt der Kräh kein Auge aus!"
I o h. W i lh. (der die Schriften bis dahin eingesehen.) Wein Gott! Wlk
bin ich hinter's Licht geführt!Das Lehnmandat mit keinem Wort berührt!
Dies wicht'ge Schriftstück schelmisch vorenthalten!Gerechtigkeit sürwahr, sie soll hier walten.
Gottlob! noch ist es Zeit. Dir sei was Dein,
Es soll das Recht hier nicht begraben sein.
Wer es verdreht, es wird sich finden schon,
Der Schuldige erhalte seinen Lohn,
Auf daß, so oft die Glocken Morgens wecken,
Die Schelmen all vor ihrem Klang erschrecken.
Achter Auftritt.
(Vorige, ein Bediente tritt ein.)
Hofbediente. Herr, von dem Grabgeläut auf all meiu FragenWußt Niemand, wem es gilt, zu sagen.
(im Zurückgehen stößt der tölpelhaste Diener irgend einen Gegenstand um)
Joh. Wilh. (nachrufend.) He Konrad, Heh!
Hofbediente, (zurückkehrend.) Was steht zu Dienste, Herr?Joh. Wilh. Der einz'ge Dienst: daß Er den Dienst verläßtHab ich Ihm doch wohl zehnmal sagen lassen,