Dritter Achig.
Audienzsaal des Schlosses zu Düsseldorf; in der Mitte des Hinter-grundes die Thüre, welche zum Kabinet des Kurfürsten führt.
Erster Auftritt.
(Oberhosmarschall Nesselrode den Aursiirsten erwartend und Klaus der Hosnarr, beidej» Amtstracht. Klaus versucht dem Nessclrode unter solgeudem Gespräche seine großeSchellenkappe auszusetzen, was dieser abwehrt.)
N e ss e lr o d e (spöttisch.» Was bringst Du, Narr?
(ebenso.) Euch dieses Schädelkleid,
Und unsrer Landesmutter einen Bauern. —
N c s s e l r o d e (abwehrend.) Zwei Gegenstände, ei wie himmelweit
Verschieden! Geh! ich muß bedauern — .
Klaus (einsallend. Es passe nicht? Ei so versucht es blos!Der Unterschied ist wahrlich nicht so groß:
Ihr wird der Bauer, Euch der WcisheitrahmenVerschaffen die so wohlverdienten Namen.
Nesselrode. „Daß ich ein Narr sei" singt Dein altes Lied.Klaus. Wir sind es beid, nur mit dem Unterschied,
Daß ich den Namen mir gefallen lasse;
Ihr schmäht Eu'r bessres Ich in tollem Hasse:Die Selbsterkenntniß ist der Weisheit Keim.
Nessel rode. Dein Eigenlob peitscht deine Weisheit heim.
Jedoch weshalb ich denn ein Narr? ei, sage!
Klaus. Mein Herr, die Antwort liegt in Eurer Frage.Ihr kennt das Sprüchwort ja: „Ein Narr fragt mehrAls zehn Gescheidte Antwort geben können."
Dies Sprückwort fußt auf tausendjährigerErfahrung, drum darf ich Eolleg Euch nennen.
Wer mich Etwas zu holen ausgesandt,
Der hat das Recht zu fragen: was ich bringe;