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Johann Wilhelm : ein dramatisches Charakter- und Zeitbild ; in fünf Aufzügen
Entstehung
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Zweiter K«W.

Wohnstube des Bauern Scharrenbroich zu Schwiegelshohn im König-forste. Geräumige Stube mit zierlosen Wänden. Rechts ein Tisch, einalterthttmlicher Holzsessel; Schemel statt der Stühle; ein großer Küchen^schrank, Mantelbrett:c.

Erster Auftritt.

(Frau Scharrenbroich und Gretchen. Letztere sitzt am Spinurade, die Mutter ist in denSchiebladen des Tisches und im Schranke mit Putzen udd Zurechtlegen beschäftigt, wäh-rend die Tochter, ohne aufzuschauen, fortspinnt, von der Mutter scharf beobachtet.)

Frau Sch. Spinn du fleißig, Gretchen. So! den Tischwill ich besorgen. Es ist wohl an der Zeit? Nicht wahr, Kind?

Gretchen. Ich weiß nicht.

Frau Sch. Heiß wie heut ist es an langen Jahren nichtgewesen. Die Butter schmilzt im Schrank. Du hast sie doch inden Keller getragen — Gretchen?

Gretchen. Was?

Frau Sch. Die Butter mein' ich.

Gretchen. Vielleicht, ich weiß nicht.

Frau Sch. Schad', wenn das vergessen. Drei Theile hab'ich immerfort vor Allem in Acht genommen: Butter, Leinwandund Viehstand. Dran darf mir nichts fehlen. Nicht wahr?Was meinst du, Gretchen?

Gretchen. Vielleicht, ich weiß nicht.

F r a n S ch. (am Fenster.) Was mag das für ein Getute seinim Forst? Der Herzog ist dort wohl wieder auf der Jagd.Meinst du nicht auch?

Gretchen. Herzog?

Frau Sch. Ja, Gretchen, ich heiß den Herrn noch immerwie ich von Kindestagen her gehört. Die Namen Pfalzgrafbei Rhein und Kurfürst sind mir zn neu. Klingt Herzog nichtbesser, Gretchen?