Vierter Auftritt.
Maus und Brewer mit Heinz, der einen Aktenstoß tragt.)
Brewer. Hier ist der Mann.
Klaus. Laß sehn die Tintenkleckse!
Wenn sich die Sache wie ich hört verhält,
So ist dem Junker doch noch beizukommen.
Heinz (während Klaus die Acte durchblättert.) O Herr, noch gestern hatt'
ich Haus und Hof,Und heute steh ich an dem Bettelstäbe;
Für arme Bauern gibt es kein Gehör,
Wenn ein Baron nach ihrem Gut gelüstet.
Klaus. Ja! Du hast Recht! Hier dieses Aktenstück,Das losgeschnitien in dem Hefte liegt,
Es sagt ja klar, daß Dein das Lehen ist.
Das Urtheil ist in leere Luft gebaut —
Zum Kanzler! komm, ich gehe mit zu ihm!
Heinz. Beim Kanzler war ich vor drei Tagen schon,
Er sah die Schriften durch und wies mich ab.
Klaus. So bleibt Dir nur der Weg zum Fürsten noch.Heinz. Dort hab' ich auch vergeblich angeklopft:
Der gute Herr entschied auf den BerichtDes Kanzlers leider: mir sei Recht geschehn.
Klaus. Das ist es nicht. Bei Gott, Dein gutes RechtEs liegt so klar am Tag — und doch verloren!
Das gute Rech! es ist zu Grab gebracht.
Doch halt! Da fällt mir ein, wie noch zu helfen,Die Todtenglocke soll Dein Anwalt sein.
Wie ist's bestellt mit Deiner Tasche, sprich!
Heinz. Ach Herr, mein Hab' und Gut fraß der Proceß,Die Advocaten und die Sporteln habenDie Taschen mir geleert, nur drei ReichsthalerIst Alles, was mir Armen übrig blieb.
Klaus. Reicht es nicht aus, so leg' ich noch dazu.
Es kann Dir jetzt kein Federfuchser helfen,
Der Glöckner ist hierfür der rechte Mann.
Wir eilen hin nach allen Kirchen rings,
Bestellen dort für unser baares GeldDie Sterbeglock, gleich nach dem Mittagsmahl,
Wenn ich beim Fürsten bin, mit Macht zu läuten.
Du mit den Akten bist dann bei der Hand,
Gewärtig meines Winks. So geht es, komm!