Joh. Wilh. Rutsch-Ann sie tituliren — ist's nicht so?Steffen. Ja Herr! ich hab' aber wahrhaftig das Wortnicht aufgebracht. Wollt ihr mich drum strafen, es ist ein all-gemeines Wort im ganzen bergischen Lande — (wie der KursUrst immerheiterer, wird Steffen immer dreister.) Rlltschann sagen sie; V0N den K!n-dern auf der Straße hört man nicht anders als Rutschaun!Rutschann!
Joh. Wilh. An mir ist nnn das Lachen, hohe Frau.Au na. So plumpe Bauern führen plumpe Worte.
I o h. W i l h. c -u Steffen, gibt ihm Geld.) Brav Steffen, Er hatseine Sache gut gemacht.
Klaus. Komm Steffen, Deine Saat ist hier bestellt,Ein Höherer mög' ihr Gedeihen geben!
(Klaus und Steffen ab.)
Achter Austritt.
(Vorige ohne die Beiden.)
Joh. Wilh. Wer hat nnn Recht, was mangelt am Beweis?Anna. Ei, wem gehört das Land und wem der Bauer,
Und sollt ich denn nicht jagen, wo ich will?
Jo-H. Wilh. Wir Menschen all sind Kinder Eines Vaters,Der uus verlieh des Scepters heil'ge MachtZum Schutz der Schwachen. Dies ist Fürstenpflicht.Das Volk ist nicht um des Regenten willen,
Jedoch der Fürst des Volkes wegen da.
Der Bauer hat ein Recht auf seine Saaten,
Und Frevel ist's, des Fleißes Werk vernichten.
Anna. Wie soll denn da die Jagd bestehen können?Joh. Wilh. Wohl ohne Jagd kann unser Land bestehn,
Doch ohne Saaten müßt es untergehn.
Der Baner ist's, der Fürst und Volk ernährt,
Drum ihm gebührt vor Allen uuser Schutz;
Das eitle Herrenthnm, das nur verzehrt,
Ist für das Land auch keine Bohne nutz.
Um desto besser ist das Land berathen,
Je seltner Wild, je häufiger die Saaten.
Anna. Wie fremd dies klingt, doch leuchtet es mir ein,
Doch wie Jhrs nehmt, ist's schwer Regent zu sein.Joh. Wilh. Wohl hält es schwer bei klar erkannten Pflichten,Nach wahrem Recht des Staates Ruder richten.
Sie sind nicht mein, die Völker und die Länder,