Steffen ckni-Mig.i Gott sei mir gnädig und barmherzig, Herr!Ich bin verloren. Gnade! Gnade! DenktAn meine Frau und Kinder, eh ihr straft!
Joh. Wilh. Die Strafe sei: die Wahrheit hier zu sagen,Wie man die Fürstin nennt ob ihrer Jagd.
Erzählt Er treu, was gestern Er gesagt,
So wird Er heut in Gnaden hier entlassen,
Doch aufgestanden! Knie Er nur vor Gott,
Ich bin ein Mensch wie Er, drum auf und sprich.
Klaus. Der Kurfürst wills zu Deinem Besten so!
Anna (spöttisch.) Prosit Herr Jäger mit der langen Nase!
Schelm und Verräther — schöne Ehrentitel!
Joh. Wilh. Nun wird es bald — soll ich die Wahrheit hören!Steffen. Ach Herr, ich weiß nicht ob es sich anch schickt.Klaus. Ei dummer Steffen, Wahrheit schickt sich stets,Es fragt sich nur, daß man darein sich schickt.
Steffen (der bisher kopstratzend da gestanden.) Seht Herr, hier inder schönen Stadt holt man was die Haushaltung bedarf ohneMüh auf dem Markt, Ihr versteht mich ja — man braucht nurzu fragen: was kostet das? und das Geld ist leicht gezählt.Ihr seid ja vernünftig und versteht mich recht. Bei uus Bauernauf dem Land ist das ganz anders — versteht mich recht: wirhaben da keinen Markt und kein Geld nicht. Ihr seid ja ver-nünftig, wie ein Mensch. Um das, was ihr kauft, müssen wiruns schinden und plagen. Sobald der Frosch anfängt zu quaken,beginnt der Bauer zu hacken, daß er die Saat in die Erde kriegt,— versteht mich recht — und wenn sie dann aufgegangen ist, dann istes eine Pracht, daß er seine Frend daran sieht und er hofft, daß die Ernteseinen Fleiß belohnen werde. Da steht nun die Saat so schön — aberversteht mich — Nichts für ungut — aber — aber — (stockt.)Joh. Wilh. Nuu weiter, lieber Steffen, frisch zur Sache.
Steffen. Aber dann kommen die Herren Hirsche und diegnädigen Wildsäue. Die wissen nicht, wie viel Schweiß es demunedlen Bauer gekostet hat — versteht mich, Ihr seid ja auchvernünftig wie ein Mensch! — sie sressen so viel davon wiesie mögen und rutschen noch viel mehr nieder als sie fressen.Joh. Wilh. Nur zu! so recht, mein lieber Bauersmann.
Steffen (dreister.) Und was das Wildpret übrig läßt, dastreten die Jäger unter die Füße nnd die gnädige Kurfürstinreitet mit ihrem Jagdfchwarm dadurch. Davon haben die Bauernso ein Wort, das sie Rutsch — Rutsch —