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Johann Wilhelm : ein dramatisches Charakter- und Zeitbild ; in fünf Aufzügen
Entstehung
Seite
41
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Steffen. Das wißt Ihr besser, als ich sagen kann.Joh. Wilh. Von Ihm wollt' ich es aber hören — sprich!

Nur ungescheut, ich will es haben, — nun!

Steffen. Ei „Kurfürstin", wie sollten sonst wir sagen

Und -— UNd — (lopslrahend verlegen.)

Joh. Wilh. Heraus damit nur ohne Scheu!

Steffen. Man nennt sie auch Kurfürstin Anna oft.Joh. Wilh. Wie weiter? Nasch!

Steffen. Auch Landesmutter sagt man.

Joh. Wilh. Und sonst nichts mehr?

Steffen. So etwas von der Kanne.

Joh. Wilh. Toscana — Und —

Steffen. Ich glaub', da habt Jhr's all.

Joh. Wilh. Die Hauptfach fehlt. Doch wart', ich helf Ihm drauf,

Heißt man sie denn nicht auch Nutsch-Anne? sprich!Steffen. Ei! Gott behüt, wie kommt Ihr an den Namen?Joh. Wilh. Hat Er denn gestern nicht beim Roggenmäh'nDem Jäger, der bei Ihm am Graben saß,

Der Ihn von seinem Tabak stopfen ließAus einem blau und weiß gestreiften Beutel,

Den Namen mitgetheilt nnd auch warum —

Steffen (hastig.) Der Jäger mit der langen Nase — der! —Sein Tabak war zwar gut, jedoch er selbst,

Er ist ein garstiger Verräther, Herr,

Der hat Euch selbst, den Landesherrn verlästert.

Glaubt diesem Schelm mit langer Nase nicht.

Anna cmit Triumph.) Haha! mein Herr Gemal! Ihr fangt die FischeAuf trocknen: Sand. Glück zu der langen Nase!Sie schmückt Euch allerliebst — und auch der Schelm.Wer Andern Gruben gräbt, fällt selbst hinein.

Joh. Wilh. So wohlfeil kommt Ihr beide nicht davon.

Ihm Bauer, muß ich das Gewissen schärfen!

Klaus. Nuu Steffen, rasch erforsche Dein Gewissen.Höh. Wilh. (zieht einc Halbmasle hervor.) Ihn, Steffen, hab ich stets

für brav gehalten;Doch seh ich jetzt: Er ist kein Mann von Wort.

Hör Er: der Jäger war ich selbst, nnd hierDie Nase; Seinen eignen LandesherrnHat er beschimpft. Er nannte mich: Verräther!