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Johann Wilhelm : ein dramatisches Charakter- und Zeitbild ; in fünf Aufzügen
Entstehung
Seite
40
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Es sieht der Fürst zu oft mit fremden Augen.

Wie uns das Wetter schickt der Almanach,

Da lies't man auch vom schönsten SonnenscheinUnd Wetter wüten, Regen klatscht darein.

Anna (spöttisch.) Dem guten Hauswirlh schöner Morgengrnß!Gönnt Euer Durchlaucht heut nicht ihr GeleitZur frohen Jagd?

Ioh. Wilh. Als Hauswirth muß ich walten,

Mögt Ihr indeß dem Namen Ehre machen,

Den Ihr von Eurer Jagd im Volke tragt.

Anna. Das muß gewiß ein hoher Name sein,

Ich bin gespannt, „Diana" ist es wohl?

Ioh. Wilh. (lacht.) Ei! ei! „Rutsch-Ann! Rutsch-Anne"

ist der Namen,Mit dem das Volk Euch tauft, Zerrutfcherin.

Anna. Ha! Bosheit — Rache! ob des Hauswirths, Pfui!Ioh. Wilh. Noch gestern hört ich Euren EhrentitelAus eines Bauern Mund. Wollt Ihr Beweis,

So mag der Bauer selber Euch belehren;

Den Hauswirth nehm' ich an, nehmt die Rutsch-AnnFür Euch!

Anna. Nein so entschlüpft Ihr nicht! Beweis!

Ioh. Wilh. Den sollt Ihr haben!

Nach der THUre rechts.) Klaus! den Steffen, rasch !

Stand überall so der Beweis zur Hand,

Viel Federkrieg verschwände aus der Welt.

Siebenter Auftritt.

(Vorige und Klaus und Steffen, der verblüfft umschaut, vor Bildern Bücklinge machtund von Klaus geschoben wird.)

Klaus. Hier bring ich Euren Durchlauchten den unlanch-tigen wasserdichten Steffen! Ei, dummer Steffen, Du sollst hiernicht gesteinigt werden. Du bist in auserlesener Gesellschaft.Hier der durchlauchtige Landesvater nnd hier die gnädigste Landes-mutter. Wir beide sind ihre allernärrischsten Kinder, ich nachdem Namen, und Du in der That.

Steffen (lopslratzmd.) Ja! schönen gut'n Morgen, Herr Herzog,Herr Kurfürst — Schönen gut'n Morgen, Herr Madam Kur-fürstin! Nichts für ungut!

Ioh. Wilh. Ich hab Ihn herbeschieden, Ihn zu fragen:Wie man die gnäd'ge Kurfürstin bei EuchUnd unter Euch mit Bauernnamen nennt?