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Johann Wilhelm : ein dramatisches Charakter- und Zeitbild ; in fünf Aufzügen
Entstehung
Seite
37
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Das Webschiff klippklappt ohne Rast,

Blasbälge brausen, Feile» klirren,

Der Hammer pocht den Tact mit Hast.

Da ist kein Raum, der mäßig läge,

Und keine Hand, die nichl sich rührt;

Der Bach sogar im BlumenwegeWird zu der Arbeit angeführt;

Er küßt nicht müßig glatte Steine:

Er webt und schmiedet Tag und Nacht.

Jed' Tröpflein, das da rinnt zum Nheine,

Gott weiß, was es schon all' vollbracht!

Joh. Wilh. Drum Fluch dem Krieg, der solches Schaffen störtUnd jedes edlere Gesühl empört!

Mir ekelt stets bei dem Gedanke» „Mord,"Ein Todesnrtheil macht mich schon erröthen.

Sprach je zum Herzen nur ei» Gotteswort,

So ist es das Gebet: „Du sollst nicht tödten!"Nesselrode. Die Obrigkeit trägt nicht umsonst das Schwert

Sie dienet Gott, wenn sie dem Bösen wehrt.

Joh. Wilh. Das Schwert ist schön mit seiner StrahlenschneidtIn Engelshand, als strafend Flammenzeichen,

Doch unter Menschen, unter UnsersgleichenDeucht es am schönsten mir in seiner Scheide.Wie Grabgeläut dem Arzte Schande klingt,

Macht Henkerei verächtlich einen Fürsten;

Der Beiden Ruhm ist: aufzufinden dürsten,

Was dem Gebrechen volle Heilung bringt.

Auch Kriegerruhm ist meine Sache nicht,

Der Friede bleibt der Völkerwohlfahrt Licht,Der Kriegesruhm gleicht einem Meteor,

Auf das die Nacht noch dunkler wie zuvor!

Daß doch die Fürsten treu zum Reiche ständen,Ihm opferten die schnöde Eigensucht:

Des Vaterlandes Leiden würden enden,

Es wär entrissen wälschen RäuberhändenUnd Macht und Glück der deutschen Einheit Frncht.

(Pause,)

Um fremde Hülfe muß ich nun Euch senden,

Zu bändigen des grimmen Feindes Wucht.

Das Heil des Friedens endlich zu erringen,

Mög es Euch denn in London bath gelingen!