Nesselrode. Voll guten frohen Muts und hofsnuugsreich
Tret' ich die Reise an.
Joh. Wilh. Und wenn man Euch
Befragt um meine Glaubenspolitik,
So mögt Ihr offen meine Meinung sagen;
Ein Fürst soll nie den Katechismus fragen:
Mir bleiben Protestant und KatholikZu gleichem Schutz, zu gleicher Pflicht vereint,
Wie Gottes Sonne allen Menschen scheint,
Gleichviel wie sie znm Licht den Weg sich bahnen.Nur gottesfürcht'ge treue UnterthanenSind mir genug, gleichviel was sonst sie meinen.
Wenn Ihr die Fürstin noch begrüßen wollt,
Sie wird sogleich in diesem Saal erscheinen.
Zieht denn mit Gott, Ihr wisset was Ihr sollt,
Und bringt die Sache mir in's rechte Gleise.
Nesselrode. Ich hoffe, gnte Botschaft lohnt die Reise.
c^joh. Wilh. ab.)
Vierter Auftritt.
(Neffelrode, Kurfürstin Anna. Wie Joh. Wilh. in sein Kabinet eintritt, kommt dieKurfürstin im Jagdanzuge in den Saal, von Zofen gefolgt, die Falken nnd Jagdgeräthtragen, jedoch zurücktreten, als Anna sich mit Nesselrode unterhält. Sie gibt die Flinteund den Falken, den sie in der Hand trägt, den zurücktretenden Zofen ab.)
Anna, (eintretend.) Sieh da! der gute Oberhofmarschall,
Nun, Nesselrode, seid Ihr reisefertig?
Nesselrode. Ich wollte mir die hohe Ehre gönnen,In Unterthänigkeit um Urlaub bittenUnd um etwaigen Auftrag Euer Durchlaucht.
Anna. Ihr seht uns hier zur heitern Jagd gerüstet,Zur Neiherbeize geht's hinaus in's Feld;
Hat man in England schön'res Federspiel?
Ihr würdet uns verpflichten durch Bericht.
Sodaun hat jüngst der Herzog MalboroughErzählt von einem neuen Jagdgewehr,
Das ein Londoner Waffenschmied erfand.
Es soll dies Rohr so schön den Schroten werfen.
Daß er auf dreißig Schritt zwei Spannen kaumSich ausciuauderbreitet. Für das RebhuhnWär das von Wichtigkeit und für die Wachtel.
Ihr mögt Euch das mnsehu und ist es wirklichDes Sendens werth, so sendet ungesäumt.