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Johann Wilhelm : ein dramatisches Charakter- und Zeitbild ; in fünf Aufzügen
Entstehung
Seite
36
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Nesselrode. Nein Herr, er zahlt mit wahrer Ungeöuld.Joh. Wilh. Doch sonst, Freund Klaus, wie stehts? Der

Steffen hier?

Klaus (zu Neffelrode.) Hört: „Freund," nicht „Narr," dran nehmt

ein Beispiel, IhrUnd hört, wie jetzt auf diese HöflichkeitDer Narr ertheilt den freundlichsten Bescheid.

(Zu J°h. Wilh.) Er wartet Eures Winks, doch möcht' ich fragen,

Ob ich ihn vorbereiten soll?

Joh. Wilh. Nein! nein!

Wie ihm der Mund gewachsen mag er's sagen,Die Wahrheit gibt sich so am besten kund,

Geh, halt ihn nur bereit, ich werde klopfen!

Klaus. Ich werde mir die Ohren nicht verstopfen! <W.)Nesselrode (bei Seite dem abtretenden Klaus nachsendend.) Biel besser

stopftest Du den losen Mund!

Dritter Anstritt.

(Zoh. Wilh. und Nesselrode ohne Klaus.)

Joh. Wi lh. c-rnst.) Gar wackre Männer, lieber Nesselrode,Die mir die Heerschau eben vorgeführt;

Nur zu beklagen, daß die ArbeitskraftDem heimischen Heerd entrückt nutzlos vergeudet,Der wälschen Raubgier so zum Opfer wird!

Die Berger sind ein braves Völkchen traun,

Gar treu und fest und rührig stets im Schaffen.

Drum wünsch' ich steten, Frieden diesen Gau'n,

Und jeder Hand ein Werkzeug statt der Waffen.

So viel ist da zu bessern und zu bau'n,

Wo noch so frisch des Krieges Wunden klaffen.

Für mich hat Berg als Heimat höhern Werth,

Seit der Franzose meine Pfalz verheert.

Nesselrode- Wohl hat vor Deutschlands tausend GauenDas Bergerland den höchsten PreisIn Brudertreu und Gottvertrauen,

Und auch in seiner Söhne Fleiß.

Werkstätten sind die tiefen Thale,

Die Höh'n Ameisenhügeln gleich,

Der Bergmann dringt mit Hellem StahleTief in der Elfen dunkles Reich,

Und Spulen schnurren, Spindeln schwirren,