Wer unbefugt mich fragend angerannt,
Der Vogel fing sich selbst in eigner Schlinge.
(Versucht dem Nesselrode die Kappe aufzusetzen, der aber abwehrt.)
Nesselrode. War ich ein Narr, so war ich's, Dich zu fragen,Klaus. Das Einz'ge war's, was Eure Zunge trug;
Was Ihr verschwiegt, drauf ließ sich gar nichts sagen,Und stumm geboren hielt man Euch für klug.
Nesselrode. Ein Narr darf Alles, was ihm einfällt, sprechen.Klaus. Auch dieser Satz kann mir nur nützlich sein:Mit Kindern stimmt der Narr ja überein,
Daß sie znm Wahrheitsagen sich erfrechen.
Nesselrode. Zu schweigen hab' ich jetzt mir vorgenommen,
Mit Dir ist sonst ja nimmer auszukommen.
Klaus. An mir allein habt Ihr zu viel! Wie dumm!Nesselrode. Ja! Deiuer Zwei sie brächten bald mich nm.Klans. Schad' um's Fa^on! Doch wird es nie gelingen,
Auch Dreien, Euch nm deu Verstand zu bringen.Nesselrode. So felsenfest, glaubst Du, daß er besteht?Klaus. Neiu, das ist mir nicht in den Sinn gekommen,Ich meinte nur: Dem, wer zu Fuße geht,
Hat man noch nie ein Reitpferd abgenommen.
(Versucht wiederum die Kappe ihm aufzusetzen.)
Nessel rode (abwehrend.» Da kommt der Kurfürst, still! nun ist'z
auch gut!
(Während Nesselrode seine Aufmerksamkeit auf den eintretenden Kurfürsten richtet, gelingt
es Klaus.)
Klaus. Die Kappe bracht' uns uuter Einen Hut!
Zweiter Auftritt.
(Vorige und Johann Wilhelm. Nesselrode wirft die ihm aufgesetzte Kappe zur Erde, woKlaus sie aufhebt. Joh. Wilh. erscheint auch im Hofkleide.)
Joh. W i l h. (eintretend.) Gott grüß Euch! ei! Ihr beiden jetzt
Eollegen?
Klaus. Für diese Kappe wirkt ein reicher Segen;
Es ist der ganzen Menschheit DoctorhutUnd kleidet ihn noch ganz besonders gut.
J,oh. Wilh. Welch Hühnchen hattet ihr zu pflücken, Klaus?Klaus. Wie in den Wald, so schallt es auch heraus:
Er grüßt mich „Narr", den Gruß gab ich ihm wiederMit Zinsen, die znm Kapital gesügt;
Nun mag er sehn, wo er's gewechselt kriegt.
Joh. Wilh. Wir wissen schon: nie drückt Dich solche Schuld!
3»