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Johann Wilhelm : ein dramatisches Charakter- und Zeitbild ; in fünf Aufzügen
Entstehung
Seite
24
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Der armen Bauern Klagen seien eitel.

Ihr seid ein Jäger, kennt wohl solche List?

Ihr habt vielleicht dabei geholfen schon?

Joh. Wilh. Nein! nein! bei Gott! mein lieber Scharrenbroich,Was Ihr erzählet, ist mir nen. Doch gut,

Daß ich es weiß, wie man den Herrn getäuscht.

Scharrenbroich. Wenn er's erfährt, so ists auch abgestellt,Drauf geb' ich Euch mein Wort! Dranf kenn' ich ihn.

Frau Sch. Ei Herr! Ihr seid willkommen stets als Gast,An nnserm schlichten Hcerd; doch durst Ihr nichtDen guten Fürsten, unsern Herzog schmähn,

Da thut uns weh das kleinste schiefe Wort.

Joh. Wilh. Von Enrem Fürsten habt Ihr gute Meinung,Mich freut dies, weil ich weiß: er meint es gut;

Doch hört ich sonst schon Klagen über ihu,

Daß er das Land mit hohen Steuern drücke.

Scharrenbroich. Ach Herr, dazu gehört nicht viel VerstandEs einzusehn, daß ohne Schatz und SteuernKein Staat bestehen kann. Die KriegesrüstnngErfordert viel. Doch raubte der FranzosAn Einem Tag oft mehr, als unser HerzogAuf Lebelang erheischt zum Laudesschutz,

Daß wir das Feld in Frieden bauen können.

Seit meiner Urgroßelternzeit verging -Kein Jahr, worin uns nicht die Furcht bedrückt,

Daß der F>'mizos uns raube und verbrenne,

Was bei der Plünderung vorher gerettetUnd was seitdem erworben nnser Fleiß.

Doch was der Fürst nimmt mit der Einen Hand,

Das gibt er mit der andern doppelt wieder:Die Junkerstener macht's dein Baner leichter,

Und wenn trotzdem manch Unrecht unterläuft,

So ist's fürwahr des Herzogs Wille ui<i i,

An der Beamten Dünkel liegt es nur.

Joh. Wilh. Die Angestellten sind so dünkelhaft 7

Scharrenbroi ch. Die von der Steuer — ja! Die sind so stolz,Sie dünken sich die Mächtigsten im Land,

Weil zu der Macht vorab das Geld gehörtUnd sie es sind, die es dem Herzog liefern.

Joh. Wilh. Gewissermaßen ist's nicht ohne Grund.

Scharrenbroich. Wahrhaftig nicht. Doch kommt mir dieses vor,