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Johann Wilhelm : ein dramatisches Charakter- und Zeitbild ; in fünf Aufzügen
Entstehung
Seite
23
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Scharr enbroich (beiseite.) Nun der macht diesmal auch den

Vegen kurz

Frau Sch.: (beiseite.) Und sättigt sich mit rechtem Wohlgefallen.

Joh. Wilh. Ha! Götterkost! Das schmeckt. AmbrosiaIst Nichts dagegen! Welch ein köstlich Mahl!

Und dieses Brod!

Scharr enbroich. Ich hab es selbst gebackenVom Korn, das uns der Wildfraß übrig ließ.

Frau Sch. Uns freut, daß es euch schineckt, nur immer zu,sÄövse nach.

Joh. Wilh. Wie seid Ihr zu beneiden

Um solch ein Mahl, das täglich euch bereit.

Scharrenbroich. Nach Gottes Wort im Schweiß des AngesichtsDas Brod zu essen wurde unser Theil.

Joh. Wilh. Wohl ihm, der stets befolgt den weisen Spruch.

S cha rrenbroich. Das weiß der Bauer zu erkennen, Herr.

Joh. Wilh. Und deshalb ist er mir der liebste Stand.

S ch a rr en b r o i ch. Wenn nur das Wild nicht wär, das uns so vielBon Gottes Segen raubt, so ständ es besser.

Der Bauer Pflügt uud sät, doch Hirsch und SauSie ärndten nur —

Joh. Wilh. Auch das ist uach der Schrift.

Scharreubroich. Doch wohl in andern: Sinn, Ihr scherzet, Herr.

Joh. Wilh. Läßt Euer Landesherr den Wildfraß zu,

So hat er seine Fürstenpslicht versäumt.

S ch a rr enb ro i ch. O lieber Gast, was fraget sonst ein Fürst,Wie es dein Bauer geht, wenn nur das WildDem adligen Vergnügen dient. Doch Er,

Den Euer Mund des Unrechts zeiht, bei Gott,Der Kurfürst, unser Herzog denkt nicht so.

Nein! Ihr, die Herren in den grünen Röcken,

Des Herzogs Jäger sind's, die übermäßigDen Wildstand hegen. Wüßt der gute Fürst,

Wie schlimm es ständ, es grunzt kein Eber mehr,

Es blöckt kein Hirsch in diesem Königsforst.

Auf manche Klage ließ der gute HerrDas Wildpret zähle». Selbst war er dabei;

Doch wußt er nicht, daß in der Nacht vorherDer Oberjägermeister Trips das WildFortscheuchen ließ und man nun wähnen mußt,