Gretchen. Ich weiß nicht.
Frau Sch. Die graue Katze hat sich heut Morgen bishinter die Ohren geputzt. Das bedeutet angenehmen Gast. Dasist mir noch immer eingetroffen. Bei der Mittagkost hab ich
drauf zugelegt. Soll mich 'mal wundern, wer's sein wird
Dein Bater, Dein Bruder Ware» so »nid von der Arbeit und esist noch so heiß — — ich denke, wir lassen sie noch eiue Weileruhen. — Was meinst Du Wohl — Gretchen!
Gretchen. Vielleicht — ich weiß nicht.
Frau Sch. Aber mein Kiud, wie bist Du so ungedankig.Du bist wie ein hölzern Bild. Du sprichst nicht, kein Essenund Trinken schmeckt Dir — Du bist doch nicht krank?
Gretchen. Vielleicht — ich' weiß nicht.
Fr an S ch. (unwirsch.) „Ich weiß nicht," „ich weiß nicht,"das ist die ewige Leier. Du kannst Dich aber drauf verlasse»,daß ich es weiß, wenn — wc»» ich mich auch vor andern Leutenschäm' es zu sagen —
Gretchen. Ach! um Gotteswillen!
Fran Sch. Dn bist sonst immer ein folgsam Kind gewesen,fleißig nnd munter, daß alle Welt ihre Frende an Dir gehabt.Und wie ist es jetzt? Von Allein das Gegentheil.
Gretche n. Ach Mutter, ich thu ja Alles, was Ihr wünscht,Alles — Alles — Nur plagt mich nicht mit dem — Kaspar!
Frau Sch. Stoß Dein Glück nicht von Dir! Er ist reich,ist gesetzt, ist gottessürchtig. Du kommst auf einmal in Hausund Hof.
Gretchen. Sagt doch der Vater von den Bienen: sie ge-deihen nicht nnd werden trag, wenn man sie in einen vollenStock bringt. Laßt mich lieber auf grünem Nasen anfangen. Ergefällt mir nicht.
Frau Sch. Dn siehst nach dem Zifferblatte. Anf dieHauptsache denkst Dn nicht.
Gretchen. Er hat ein Gesicht, als hätten sie Erbsendrauf gedroschen. Er sieht so saner wie eine Essigtonne. Ichmag ihn nicht.
Frau Sch. Kind, hör, Kiud: das geht nicht zn mit rechtenDingen. Dir ist es angethan, daß Dn immer an den Wimardenkst. Sag selber: woran denkst Du jetzt?
Gretchen. Ach! ich dacht' an meine selige Schwester,die im Grabe liegt unter dem Fliederbaum, wie die so friedlichruht und frei aller Qual. Und an den tiefen Weiher dacht' ich,