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Johann Wilhelm : ein dramatisches Charakter- und Zeitbild ; in fünf Aufzügen
Entstehung
Seite
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gerührt werde» über die Herablassung des Fürsten. Aber Rüh-rung ist bei mir wie ein Schwein im Judenhause und moralischwie Fett im Mückenbein. Wie es doch so ungleich umgeht inder Welt! Weil Wimar den Kurfürsten vom Wildsanzahn gerettethat, will er ihm das hübsche Gretcheu an den Hals werfen undmich, der ihn von der Kngel des Strauchdiebs rettete, würde eran ein noch schlankeres Hansjüngferchen hängen lassen, wenn ermich erwischte. Die Pferde, die den Hafer verdient haben,kriegen ihn nicht. Doch schau, da kommt er schon wieder.

(Tritt in das Strauchwerk zlirlllt.)

Fünfzehnter Auftritt.

(Wimar allein; tritt ein, während Hopza noch sichtbar.)

W i m a r. Da geht er hin der gute Jägersmann,

Wer mag cr sein? Er ist kein hiesiger,

Nach seiner Sprache wohl ein Oberländer,

Der mit dem Herzog kam. Ha! der ist heutHier auf der Jagd gewesen, sein GefolgDurchsucht Gebirg uud Thal nach ihm. VerirrtHat er sich in dem Wald. Ha! das trifft zu.

Er schweift ja oft verkleidet weit umher,

Geht tagelang herum bei unsern Bauern,

Und spricht mit ihnen wie mit Seinesgleichen,

Als Jäger oft und oft als Handelsmann,

Tritt am Gericht als Procurator auf,

Den Schelmen dort das Handwerk zu verleiden.

Wenn ich den Johann Wilhelm heut gerettet,

Dann, Gretchen, dann wär für uns beide Rath.

-Ja ! ja! Er war's, cr sprach von Tausenden,

Das thut kein schlichter Jäger — Gott! Er war's.

Nach der Verzweiflung welch' ein selig Hoffen!

Die Nacht verweht, der Himmel thitt sich offen.

(Vorhang fällt.)

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