Joh. Wilh. Du fürchtest Dich vor deinem Nachbar, Wimar?
Das kann nicht sein, Dn gehst mit mir dorthin.
Wimar. Für keine Milchkuh, nein, nm keinen Preis;
Doch zeig' ich gerne Euch das Haus, so kommt!Joh. Wilh. Nicht von der Stelle, eh' Du mitgetheilt
Den Grund weshalb. Du hast doch Nichts verbrochen?Wimar. Pfui Herr, solch garstig Wort verdien ich nicht.Joh. Wilh. Am wenigsten von mir. Als ich gestürzt.Als die Begleiter mich verloren gaben,
Bewies Dein Mut, daß Du ein braver Mann,
Und als ich Gold Dir bot zum Lohn der That,
Wies es Dein edler Stolz zurück.
Wimar. Nicht Stolz;
Ich wollt nur nicht bezahlt, was ich gemußt.
Der einz'ge Schlag war nicht der Rede werth.
Was ich gewünscht, habt Ihr mir zugesagt,
Und eine Hirschhant überdies. Das Wild,
Das Unsereinem täglich Schaden bringt,
Schlag ich mit Freude nieder, wo ich darf,
Drum keinen Lohn dafür!
Joh. Wilh. Doch bliebst Du mir
Die Antwort schuldig noch: weshalb Dn DichGescheut, das Haus des Nachbarn zu betreten.
So ist es Haß vielleicht, Feindschaft?
Wimar. O nein!
Man singt nicht gerne alle Lieder aus;
Jedoch aus daß Ihr nicht das Aergste denkt,
So will ich Euch vertrauen, was mich drückt.
(Er nimmt die Axt von der Schulter und stützt sich daraus.)
Joh. Wilh. Und sei gewiß, daß ich Dir helfen werde,
Wenn's Menschenmacht vermag. Drauf sieh mich an!Wimar (weich.. Ach guter Jägersmann, es steht gar schlecht,Ich bin ein armer Bursche, eiuz'ger SohnDer armen Lisbet drunten in dem Kotten,
Die in vorletzter wälscher PlünderungZur Wittwe ward nnd Haus und Hab verlor.
- In Kreuz und Noth und Arbeit aufgewachsenWar Gretchen meine Freude, sie mir gut;
Wir waren ja zusammen aufgewachsen— Nein lachet nicht, o spottet meiner nicht.
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