Hah! meine Uhr — so hab' ich die verlorenUnd weiß nicht einmal welche Stund' es ist,
Hoch steht die Sonn', der Mittag schon vorüber,
Ich fühl's und fühle mich erschöpft. Der Rasen
(läßt sich nieder)
Gewährt mir Rast. — Doch seh ich recht, ich binSchon einmal hier vorbeigekommen, BaumUnd Strauch begrüßen mich wie alte Freunde,
Schau! Blätter liegen hier zerstreut, Papier,
Worin ihr karges Mahl gehüllt die Jäger,
Die es so gern mit ihrem Herrn getheilt.'
Wie der Gedank' an Hunger ihn noch reizt!
Wohl dir, mein Volk, daß ihn der Fürst empfand.
Doch kann ich hier nicht hungernd ferner weilen,
Ein jeder Weg führt wohl zu Haus und Hof.
(Geht einige Schritte.)
Wohlan! doch sieh! der Wimar naht, mein Retter,O doppelt Glück, daß er mir hier begegnet.
Dreizehnter Auftritt.
(Voriger. Wimar mit der Axt aus der Schulter tritt aus,)
Joh. Wilh. Gott grüß Dich, lieber Freund, wo bin ich hier?
Sag' an, wie weit nach Bensberg hab' ich noch?
Wimar. Mag eine Stunde sein, die wohl gemessenDer Fuchs. Wir Bauern Pflegen unterwegsVon Hause die Entfernung anzugeben:
Es gehen euch zwei Stunden fast dazu,
Denn ihr seid müde, lieber Jägersmann.
Joh. Wilh. Ist kein Gehöft, kein Haus hier in der Nähe,Wo man für Geld und gute Worte reichtWas spät am Tag den Wanderer erquickt?
Wimar. Ihr habt gewiß nach eurem Herrn gesucht
Und habt euch hier verirrt.
Joh. Wilh. So ist's, mein Freund.
Wimar. Ihr habt nicht weit von hier nach Schwiegelshohn,Dort ißt man spät, erst nach dem Mittagschlaf,Wie allgemein der Brauch in diesen Bergen.
Joh. Wi lh. Gott sei gedankt. Rasch führe mich dorthin.Wimar. Nein, lieber Herr, wie gern ich euch begleite —
Nein! nein! ich darf mich dort nicht sehen lassen.