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Johann Wilhelm : ein dramatisches Charakter- und Zeitbild ; in fünf Aufzügen
Entstehung
Seite
15
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In Trägheit trüb mir Gift und Schlamm erzeugt,So ist's im Leben auch. O wie beneid' ichDen tapfern Ackersmann, den wackern Bürger,Die ihrer Hände Kraft den Segen danken,Den Gottes Spruch dem Fleißigen beschied.Für Weib und Kind, für seiner Liebe PfänderDenkt man und schafft, die Liebe lohnt die Liebe,Und nur der Müde weiß wie süß die Rast.

Drum preis' ich glücklich euch, ihr wackern Männer,Und ehr' euch hoch, die ihr der Heimat ErdeZur Nährerin des ganzen Volkes baut.

Der Mensch ist Nichts, der nur auf fremde TugendDen eiguen Werth gebaut, dem Staud und RangGleichsam wie Nas' und Ohr von selber wuchsen;Nur der steht hoch, der sich den Stand geschaffenDurch wahre Tugend, die man keinem Stammbauiu,Die man nur Gott und eigner Kraft verdankt.Wie klein des Alterthums geprief'ue HeldenVor unserm wackern deutschen Bürgerstand!Was habt ihr denn geschaffen, ihr Heroen?Zerbroch'ne Glieder uud verheerte Fluren,

Zerstörte Städte, Brand und Blut und Mord.Du Heldenthum bist unwerth eines Christen,Der liebend baut, wo du in Haß zerstörst.

Soll das, ihr Junker, euer Vorzug sein,

Daß eure Väter solche Helden waren?

O geistig Elend, das mit Schmach sich brüstet.

Nein, nein, ihr Junker, dazu bin ich nichtDer Fürst des Landes, euer DrohnenthumZu fördern und das wackere Volk zu drücken,Dem ihr den Bissen eures Brods verdankt.Der Bauer muß, der Bürger muß empor;Die Biene soll nicht für die Drohne darben,

Ihr sei geschirmt des Honigs gold'ne Flut!Sattessen soll, will's Gott, ein jeder Bauer —Ei! ei! mich bringt das eigene BedürfnißAuf so plebejische Gedanken. Sich!

Da bin ich in dem Wald umher gestapft,

Bin vom Gefolg, vom Wege abgeirrt.

Hochwald verhüllt mir auch die Siebenberge,Die sonst so treu des Bergerlands Wegweiser.