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Johann Wilhelm : ein dramatisches Charakter- und Zeitbild ; in fünf Aufzügen
Entstehung
Seite
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Theisen. Hat sich mehrmal selber gestellt, ist dann in derNacht ansgebrochen und hat dem Wärter das Fanggeld gestohlen.Fort war er.

Hemmelrath. Glaubt mir, daß ich klare Augen hab'und der Tag ist heut hell genug. Die Hunde bissen in denStrauch und sprangen heuleud zurück. Der Waldmann, daskluge Thier, scharrt rücklings Sand in den Strauch, und derRyno, die große Bracke, ging bedächtig daran, hob langsam einBein —

Stemmler (lachend einfallend.) Das fehlt noch.

Hemmelrath. Hätt' ich nicht den Rückprall der Kugelgefürchtet, ich hätt' weiß Gott —

Stemmler. Gefürchtet! Da habt ihr das rechte Wort.

Hemmelrath. Fürchten — wer hat mich je fürchtengefeh'n?

Fünfter Austritt.

(Vorige. Der Oberjiiger Kettner tritt eilig ein.)

Kettner (mit Hast.) Habt ihr den gnädigen Herrn nicht ge-sehen? Wo mag die Durchlaucht sein? Der wilde Hopza istin der Bahn.

Stemmler. Also doch!

Kettner. Drunten nach Hasbach hin liegt ein Kesselflickertodt, den Hals voll Blei. Eine Frau, die Windholz sammelt,sah, daß der bei seiner Glutpfanne eingeschlafen, auf dem Rücken,den Mund offen. Da ist ein rothhaariger Bösewicht gekommen,hat dem Kesselflicker das siedende Blei in den Hals gegossen nndist mit lautem Lachen davon gesprungen.

Stemmler und die Anderen (geben ihr-Entrüstung k»»d.) Ha!

Kettner. Der Beschreibung nach kann's kein Andrer ge-wesen sein als der wilde Hopza!

Stemmler. Räuber im Wald und der Herr allein! Auf!Schnell nach allen Richtungen lauft, sucht, blast, Pfeift, ruft, schreit!

hallvh ! hallvh! (Alle nach verschiedenen Richtungen mit Lärm ad.)

Sechster Auftritt.

(Sobald die Jäger den Rücken gewandt haben, wird Hopza hinter den Wachholdersträuchensichtbar und tritt vor. Ein rothlöpsiger Bursche, verwilderten Aussehens, eine Stutz-slinte in der Hand, beweglich wie Quecksilber, späht nach allen Seiten.)

Hopza. Welch ein Fang; der Fürst münchallein. Weitumher Alle fort. (R-« sich lauschend.) Hopza, heut ist dein Ehrentag.In der Welt ist manche fröhliche Kunst; aber es geht doch eigent-lich Nichts über das Stehlen. Ein Mensch trachtet nach des