Druckschrift 
1 (1877) Quellen zur Geschichte der Grafen von Achalm, Urach und Fürstenberg bis zum Jahre 1299
Entstehung
Seite
161
Einzelbild herunterladen
 

c. 1233.

1G1

So die Collectanea von J. J. Gabelkofer (16. Johrhdt.) von der Stadt Esslingen, Manuscript im kgl.Staatsarchive Stuttgart, nach gütiger Mittheilung des Herrn Hofraths Staudenmayer daselbst.

1) Über die Esslinger Dominikaner vergl. Joh. Jak. Keller, Conrector: Esslingen, Stadt und Gebiet,Esslingen, 1798, S. 7173. Über Kuno von Urach heisst es daselbst:Unter andern hat auch ein Graf Cunovon Urach, Herzog Bertholds von Zähringen Schwestersohn, der hier in den Orden trat, seinen Antheil ander Grafschaft Urach dem Kloster vermacht, oder wenigstens alle seine Einkünfte davon in den Kirchenbauverwendet. Dieser hohe Stifter wurde nach seinem Tode, um das J. 1241, mit Schild und Helm vor dem St.Katharinen-Altar begraben, und sein Wappen war vor dem Brande, den diese Kirche nach der Reformationerlitt, in den Chorfenstern zu sehen. In der Folge aber hat Graf Eberhard zu Wirtomberg., welcher vonseinem Stiefsohn Graf Berthold von Urach seinen Antheil an dieser Grafschaft bekam, auch den andern Theildurch Tausch an sich gebracht, und den Prediger Mönchen etliche Güter und Einkünfte zu Uhlbach dafürgegeben". Dass dieser Kuno von Urach Bertholds von Zähringen Schwestersohn war, hat der Verfasser wohlnicht den Quellen entnommen; die Bezeichnung wird eben so unrichtig sein, wie die Bertholds von Urach alsStiefsohnes Eberhards von Wirtenberg.

Die Fürstenbergische Chronik des 17. Jahrhdts. im F. F. A. weiß dagegen von einem Esslinger Do-minikaner Berthold von Urach: .,1233. Vmb diseZeit istGraft'Berthold v.......... Granen Eginonili von

Freyburg Bruder, im Dominicaner Closter zu Esslingen ein Layenbruder worden. Zu dessen Stifftung er auchsein Anthail der Grafschafft Vrach geschenckht. Ist zu Esslingen in seinem Closter vor St. Catherinen Altar begrabenworden". Auch Crusius, Schwäbische Chronick, I, 732 (Th. III, Buch I, Cap. 3) erwähnt unter Berufung aufein Manuscript eines Grafen Berthold von Urach, Dominikaners in Esslingen.

Der Dominikaner Fridericus Steyl endlich nennt in seinen Ephem. Dominicanosacris, die 25. Januar,fol. 166 (die Stelle ist gedruckt bei Franc. Petrus, Suevia eccles. p. 319) zwei Grafen von Urach, Bertholdund Kuno, als Dominikaner in Esslingen:Im Jahr 1233 haben Unsere Patres zu Esslingen in Schwaben vonHenrico dem Komischen Konig, so ein Sohn Friderlei des Keysers gewesen, ein herrliches Closter bekommen,in welchem hernach zween Graffen von Urach den Orden angenommen. Der erste ist gewesen Berchtholdusein Sohn Egonis GraiFen von Urach, welcher seiner Graffschafft einen Theyl seinem Stieff-Vatter Eberhardo,damahls Graffen zu Würtenberg, übergeben, alle zeitliche Guter und Dignitäten großmütig verachtet, den Pre-diger-Orden in obbesagtem Closter angenommen, und aus lauter Demuth ein Layen-Bruder worden, deine seinleiblicher Bruder Graft Cuno von Urach nachgefolget, ein Theyl seiner Güter dem Closter zu Esslingen ver-macht, damit selbiges in besseren Form sampt der Kirchen gebracht und gebaut mochte werden; haben allebeyde in grosser Demuth als Layen-Bruder dem Allmächtigen Gott gedient, und ist der erste gottseelig im Herrenentschlaffen im Jahr 1240 und vor dem Altar S. Catharinae begraben worden, wie dann auch neben ihme gelegtworden sein Bruder Cuno, deren beyder Wappen in den Fensteren des Chors Unserer Kirchen zu sehen ge-wesen, biß zu den Zeiten der Closter-Sturmerey".

Diese Angaben stimmen zu keinem der urkundlich auftretenden Kuno und Berthold von Urach, sindalso wohl auf weiter nicht bekannte Brüder Eginos des Bärtigen zu beziehen. Die Richtigkeit dieser Annahmevorausgesetzt, müsste deren Eintritt in das Dominikanerkloster Esslingen in ihren höchsten Lebensjahren er-folgt sein. Die im kgl. Staatsarchive Stuttgart erhaltenen Archivalien der Esslinger Dominikaner geben keinenAufschluss. Im Esslinger Spitalarchive soll sich ein Copialbuch des dortigen Predigerklosters von 1388 finden(vergl. Pfaff, Würt. Jahrbücher, 1853, S. 158), dessen Urkunden möglicherweise so weit hinaufreichen und derbeiden Grafen oder eines derselben erwähnen; doch sind meine Bemühungen darüber Aufschluss zu erlangenerfolglos geblieben.

I.

21

i