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1 (1877) Quellen zur Geschichte der Grafen von Achalm, Urach und Fürstenberg bis zum Jahre 1299
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lieh nur'in einem der großen Geschlechter, bei dessen uns bekannten Gliedern er mindestens dreimal, vielleichtöfter wiederkehrt. Dieß ist das hochberühmte Haus der Unraochinger, wie wir es nach seinem Stammvateram besten benennen, das in Schwaben und Ostfranken, an der Maas und Somme und in Oberitalien reichbegütert war, durch die Heirath des Grafen Eberhard mit Gisela, der Tochter Kaiser Ludwig des Frommenund der Welfin Judith, mit den Karolingern verschwägert ward und in Eberhards zweitem Sohne Berengareinen Kaiser aus seiner Mitte hervorgehen sah. Näheres über die Geschichte dieses Geschlechtes findet sichbei Graf Stillfried, Alterthümer und Kunstdenkmale des erlauchten Hauses Hohenzollem, II. Band, Schlusswort,Nr. 15; bei Dümmler, De Arnulfo rege, p. 50 flgd.; in desselben Geschichte des ostfränkischen Reichs, anverschiedenen Stellen (s. Eegister), besonders II, 15; und in desselben Gesta Berengarii, besonders p. 17. EineStammtafel des Geschlechtes gaben Eckhart, Commentarii de rebus Franciae Orientalis, II, 482, verbessert dieActa Acad. Theod. Palat. VI, 137 und besonders Graf Stillfried a. a. 0.

Unruoch, der Stammherr dieses Hauses, erscheint 806 als kaiserlicher Sendbote Unrocus (Mon. Germ,leg. I, 137; der in diesem Capitulare mit seu angeknüpfte Name Hrocculfus bezeichnet nicht, wie einige Aus-leger annehmen, dieselbe Persönlichkeit wie Unrocus, sondern, wie aus dem Sprachgebrauche der karolingischenUrkunden und aus dem weiteren Inhalte des Capitulares hervorgeht, eine von diesem verschiedene). 811 wirdUnrocus unter den Großen genannt, die den Frieden mit den Dänen schließen (Mon. Germ, script. I, 198)und im selben Jahre unter den Unterzeichnern des Testamentes Karl des Großen (Mon. Germ. Script, n, 463).Eine Bestätigungsurkunde Kaiser Ludwig des Frommen von 837 (Mon. Boic. XXVHE, a, 31) zeigt den GrafenHunrogus als in Ostfranken begüterten Sendboten Kaiser Karl des Großen, der zur Zeit des letzteren mitdem Bischof Berowelf von Würzburg Güter tauschte. Im Jahre 817 wird des Unrocus Neffe Albgar alskaiserlicher Sendbote in Dalmatien genannt (Mon. Germ, script. I, 203).

Von besonderer Wichtigkeit ist ein freilich nicht directes Zeugniss über Unruochs Stammesangehörig-keit. Im Jahre 802 wird nämlich Unrocus comis mitten unter alamannischen Großen genannt, denen sächsischeGeiseln zur Bewachung übergeben waren (Mandatum de obsidibus Saxon. Mon. Germ. leg. I, 90). Man wirdannehmen dürfen, dass Unruoch, wenn auch in verschiedenen Provinzen des Reichs begütert, den Stammsitzdoch in Alamannien hatte. Damit stimmt überein, dass in dem merkwürdigen Testamente seines SohnesEberhard, der von c. 836863 die Markgrafschaft Friaul verwaltete, ausser langobardischen auch alamannischeGüter erwähnt werden und dass gerade diese auf Eberhards ältesten Sohn übergehen, der wiederum den NamenUnruoch führt. (Achery, Veter. aliquot scriptorum spicilegium, XII, 490). Dümmler (Geschichte des ostfrän-kischen Reichs, n, 15) schließt aus dem reichen Güterbesitze Eberhards an der mittleren und unteren Maasund in Flandern und aus der Stiftung des Klosters Cisoing bei Ryssel (durch Eberhards Gemahlin Gisela),dass der Ursprung des Geschlechtes unter den salischen Franken zu suchen sei. Die Möglichkeit solcher Her-kunft ist freilich nicht zu bestreiten; doch scheinen mir die Anzeichen, welche auf alamannische Abkunftdeuten, schwerer zu wiegen. Die Güter im salischen Frankenlande lassen sich, wie es scheint, nicht vor derZeit Eberhards im Besitze des Hauses nachweisen, stammen also wohl erst von dessen Gemahlin Gisela, diedenn auch nach dem Tode ihres Gemahls dort den Wohnsitz nahm (Achery, a. a. 0. 496 flgd.).

Wären die alamannischen Güter im Testamente Eberhards näher bezeichnet, so würde dieß wahr-scheinlich genügen unsere Hypothese von der Abstammung der Achalmer von den Unraochingern entwederzur Gewissheit zu erheben oder zu widerlegen. Leider ist der Name eines einzigen alamannischen Gutes ge-nannt, jenes Balginga, das die Tochter Judith erhalten soll, während sämmtliche übrigen Besitzungen in Ala-mannien auf den ältesten Sohn Unruoch übergehen. Balginga ist unzweifelhaft in dem zollerischen Balingenzu suchen, das noch im 13. Jahrhundert als Balgingen erscheint. Nun ist bemerkenswerth, dass noch im Jahre1255 in einer Urkunde, welche den Grafen Friedrich von Zollem als Patronatsherrn der Kirche von Balingenzeigt, auch Graf Heinrich von Fürstenberg in einer Beziehung zu derselben genannt wird, freilich so,, dass wir

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