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Peter Delfin : General des Camaldulenserordens (1444 - 1525) ; ein Beitrag zur Geschichte der Kirchenreform, Alexanders VI. und Savonarolas
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ZUM LEBEN UND STERBEN ALEXANDERS VI.

I

Diese Dinge erfuhr man aber in Florenz alle, und so hatte derFrate wahrlich guten Grund, wider das Verderben der Kirche zudonnern. Aber schon der selige Albert von Trient weis-sagte von ihm, ein reißender Wolf werde etwa von 1490 bis 1503die Herde Gottes überfallen, die Kirche zur Ehebrecherin er-niedrigen und mehrere Kinder haben, von welchen ein Bruderden anderen ermorden werde. Dieser Brudermörder werde dengeistlichen Stand ablegen und in die Welt zurückkehren, er, derSohn der Gottlosigkeit und des Verderbens, vom Dämon gesandt° d .Um nun aber, so berichtet Razzi weiter, auf das klägliche EndeAlexanders VI. zu kommen, so muß man wissen, daß in derStadt Corneto ein junger Mann namens Hadrian Gastellolebte, ein armer Notar, welcher aber über eine ausgezeichneteHandschrift verfügte. Auf die Vorstellungen einer alten Frau,seiner Dienerin, hin, er möge nach Rom gehen, da werde er eingroßer Mann werden, begab er sich in die Ewige Stadt, ohneeinen anderen Vorzug, als eine schöne Feder und ein bißchenGrammatik, und fand bei den Schreibern der Kurie Verwendung.Als nun der Papst eines Tages ein von Hadrians Hand geschriebe-nes Breve zur Siegelung erhielt, bewunderte er die schöne Schriftdes jungen Mannes, empfahl ihn dem ersten Kopisten und ver-lieh ihm, als dieser bald darauf starb, seine Stelle. So fügte essich wie von selbst, daß er mit dem Schreiber häufig zu tun unddabei Gelegenheit hatte, seine Geschicklichkeit und Gewandtheitkennenzulernen. Er sandte ihn nun zur Eintreibung eines nochrückständigen Guthabens nach England, wo er ehedem als Kardi-nallegat selbst geweilt hatte, stattete ihn zum Lohne für seinetrefflichen Dienste mit einem reichen englischen Bistume aus underhob ihn nach seiner Rückkehr zum Kardinale mit dem Titeldes hl. Chrysogonus. Sein großes Ansehen an der Kurie erwecktejedoch den Argwohn C e s a r e s , welcher eines Tages zu seinemVater ging und zu ihm sprach:Heiliger Vater, Ihr habt diesenHadrian von Castello zum Kardinale gemacht und mit solcherGunst überhäuft, daß ich fürchte, er wird uns über kurz oderlang großen Schaden zufügen; denn er hat großen Anhang amHofe und hält sich besonders an solche, welche uns wenig ge-wogen sind." Auf die Frage des Papstes, was denn geschehensolle, gab Cesare zur Antwort:Ihn beiseite schaffen, wie auchdie anderen gegnerischen Kardinäle." Der Papst stimmte seinem