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ZUM LEBEN UND STERBEN ALEXANDERS VI.
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Heil des Ordens und der Kirche erblickten. Vielseitig begabt undmit seltener Gelehrsamkeit ausgerüstet, entfaltete er eine außer-ordentlich fruchtbare schriftstellerische Tätigkeit, die sich aufdas Gebiet der aristotelischen Philosophie, der dogmatischen,moral - kasuistischen, exegetischen und homiletischen Theologieerstreckte 2 . Er dichtete religiöse Gesänge, welche er mit eigenenMelodien versah, und beschäftigte sich auch mit der Mystik T a u-I e r s , dessen Leben und Lehre er seinen Freunden und Freun -dinnen in italienischer Übersetzung erschloß 3 . Schon 1590 hatteer ein Werk über das Leben und Sterben Savonarolas in dreiBüchern verfaßt 4 , welches er 1599 dem einer florentinischenPiagnonenfamilie entstammten Papste Clemens VIII. in derHoffnung übersandte, dieser werde es in den Druck geben undvielleicht auch eine Neuausgabe der Predigten und Schriften desFerraresen veranlassen 5 . Diese Hoffnung erfüllte sich zwar so-wenig wie der längst gehegte Herzenswunsch aller Piagnonen,Savonarola möge der Ehre der Altäre gewürdigt werden. DerPapst scheute einerseits den Widerspruch der Jesuiten, welchendie Predigt des großen Dominikaners von jeher ein Dorn im Augewar, fürchtete aber andererseits auch, die Protestanten, ohnehinschon geneigt, sich auf den florentinischen Reformator zu berufen,möchten aus einem Drucke seines Lebens und seiner Schriftenund gar aus seiner Seligsprechung neue Waffen gegen die Kircheschmieden. Razzi ließ sich aber hierdurch in seiner Verteidigungnicht beirren. Er fügte jenen drei Büchern ein viertes an, woriner die bisher erschienenen Apologien zugunsten des Ferraresenmit Angabe ihres Inhaltes aufführte und durch eine feurige neueaus eigener Feder bereicherte 5 ". Serann Razzi entschlief ruhig undfriedlich, wie er gelebt hatte, am 8. August 1611 im geliebten KlosterS. Marco im hohen Alter von einundachtzig Jahren, von welchener vierundsechzig im Orden verbracht hatte. Obschon seine Äuße-rungen über Alexander VI. im vierten Buche seiner Biographie desFrate nicht weniger scharf als jene Bettinis waren, so blieb erdoch im Leben wie nach Tode unangefochten, wohl aus demGrunde, weil dieses Buch doch nur dem vertrautesten Freundes-kreise bekannt und zugänglich war, welcher sorgfältig darüberwachte, daß es in keine unrechten Hände kam.
Ein Anliegen nun war es, das ihm hier ganz besonders amHerzen lag, die Beseitigung des Anstoßes nämlich, welchen viele