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Peter Delfin : General des Camaldulenserordens (1444 - 1525) ; ein Beitrag zur Geschichte der Kirchenreform, Alexanders VI. und Savonarolas
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ZUM LEBEN UND STERBEN ALEXANDERS VI.

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militärische Laufbahn erblickte. Schon nach dem Tode seinesBruders Peter Luis, 1488, des ältesten unter den SöhnenRoderich Borjas, hatte es Cesare als eine ihn aufs tiefste ver-letzende Zurücksetzung empfunden, daß nun nicht er, der nachdem Verstorbenen älteste Sohn, sondern der jüngere Johann 40 ,der aber das getreue Ebenbild und der erklärte Liebling desVaters war, nach dessen Willen zum Erben von Peter Luis be-stellt und mit dem Herzogtume Gandia ausgestattet wurde.Schon damals trug er sich mit dem Gedanken,seinen jüngeren Bruder Johann zu töten, umdas Herzogtum Gandia zu erhalte n". Mit Hän-den und Füßen wehrte er sich damals gegen das ihm von seinemVater gewaltsam aufgezwungene geistliche Gewand, ebensowiderwillig empfing er, nach Erhebung seines Vaters zum PapsteKardinal geworden, die höhere Weihe 42 . Der rote Hut bildetefür Cesare, der mit Leib und Seele Soldat war, keinen Ersatzfür die Eroberungen, welche er mit dem Degen in der Faust zumachen gedachte; als Kardinal im zahlreichen Trosse der Prä-laten der Kurie unbeachtet zu verschwinden, hatte für ihn wenigVerlockendes 43 . Cesares Wut stieg aufs höchste, als sein jüngererBruder im Mai 1497 trotz seiner im Kriege gegen die Orsinibewiesenen vollständigen militärischen Unfähigkeit zum Ober-befehlshaber der päpstlichen Truppen ernannt und am 7. Junimit dem Herzogtume Benevent belehnt wurde"; daß am 9. Junier selbst zum Legaten für die Krönungsfeier des neuen KönigsFriedrich von Neapel ausersehen wurde, konnte er alsbefriedigenden Ausgleich entfernt nicht erachten. Damals wohlwar es, daß Cesare die Ausführung des finsteren Planes be-schloß, mit welchem er so lange schon umging; und damals wares wohl auch, daß er den noch erhaltenen Prachtdegen an-fertigen und mit der verräterischen Inschrift versehen ließ:Cum Numine Caesaris Omen. Alea IactaEsto 44 *." Deutlich genug gaben diese Worte von den furcht-baren Stürmen Kenntnis, welche in jenen Tagen in seiner Seeletobten und erst durch den endgültigen Entschluß zur entsetz-lichen Tat beigelegt wurden. Und deutlich genug sprach auchder Wahlspruch, welchen er fürderhin führte, und von welchemnoch zu der Zeit, als Luther in Rom war (1511), die Redeging:Aut Caesar, aut nihi l" b ." In seinem Namen