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Peter Delfin : General des Camaldulenserordens (1444 - 1525) ; ein Beitrag zur Geschichte der Kirchenreform, Alexanders VI. und Savonarolas
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DER GRUND DES BANNES

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Prediger, sein Nichterscheinen mit Krankheit entschuldigte, dieseEntschuldigung in Gnaden aufgenommen 14 und seine Vorladungnicht wiederholt hatte. Der tatsächliche Grund des am 13. Mai1497 verhängten und am 18. Juli in den florentinischen Haupt-kirchen feierlich verkündeten 15 Bannes lag aber, wie wir schonsahen, in der entschiedenen Weigerung des Frate und seiner Unter-gebenen, der vom Ordensprokurator Franz Mei geschaffenenKongregation beizutreten, mit welcher es freilich eine besondereBewandtnis hatte. Franz Mei war der Vertreter einer Richtung imOrden, welche es in Sachen des Armutsgelübdes nicht sehr genaunahm und wenn nicht den persönlichen, so doch den Gemein-besitz der einzelnen Klöster zuließ, während der Frate und seineBrüder hierin einen auch mit päpstlicher Dispens nicht zulässigenBruch jenes strengen Armutsgelübdes erblickten, zu welchem siesich als Mitglieder eines Bettelordens ohnehin, seit der TrennungS. Marcos von der Lombardei aber erst recht verpflichtet erach-teten. Daß man sich über sein Gelübde selbst an der Hand einerbesonderen päpstlichen Ermächtigung mit gutem Gewissen nichthinwegsetzen könne, hatte einst, wir erinnern uns, schon derHumanist Coluccio Salutati seinem Freunde, dem Camal-dulenser Rafael Bonciani, eindringlich zu Gemüte ge-führt 15 *; durften sich Ordensmänner von Laien beschämen las-sen? Da der Bann des Frate in den Hauptkirchen verkündet wor-den war und zudem schriftlich von Hand zu Hand ging, sokonnte dem Generale der wahre Sachverhalt nicht unbekannt sein.Wenn er es gleichwohl immer so hinstellte, als hänge der Bannmit der römischen Vorladung zusammen, so geschah es viel-leicht in dem Bestreben, die Geringfügigkeit der dem Frate vomPapste zugemuteten Leistung recht stark hervorzuheben, um danndie Schwere seines Ungehorsams in um so grelleren Farben aus-zumalen. Von Florenz nach Rom seien es ja doch nur einigeTausend Schritte, die nur eine drei- bis viertägige Reise erforder-ten; statt sie abzulehnen, hätte der Frate sie im Gegenteile alsbesondere Gnade erbitten sollen, und selbst wenn er auf Händenund Füßen hin und her hätte kriechen müssen, so könnte erinzwischen schon zehnmal zurück sein. Er hätte dann Gelegen-heit gehabt, dem Heiligen Vater unter vier Augen Vorhalt zumachen und ihn zu bekehren, falls Anlaß zur Bekehrung bei ihmvorhanden war(!). Das wäre der beste Weg zu der vom Ferra-