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Peter Delfin : General des Camaldulenserordens (1444 - 1525) ; ein Beitrag zur Geschichte der Kirchenreform, Alexanders VI. und Savonarolas
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DIE BESCHÄFTIGUNG MIT POLITIK

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tigsten Vorgänge von Florenz erstattete, sondern auch wiederholtals geschäftiger Unterhändler diente. Wir sahen auch, wiestolz er auf seinen Liebling war, den Abt B a s i 1 i u s , alssich dieser den Harnisch umschnallte und als Führer einerbewaffneten Bande zum Schwerte gegen die Ligisten griff. Undda brachte Delfin den traurigen Mut auf, die Anklage politischerEinmischung wider einen Mann zu schleudern, welcher sich amStaatsleben immer nur vom Standpunkte des Seelsorgers ausbeteiligte und die äußere wie innere Politik lediglich als er-laubtes, ja notwendiges und gebotenes Mittel zum erhabenenZwecke der Kirchenreform benützte! Von Bischof Barozziauf den bekannten Apostelspruch 2. Tim. 2, 4 aufmerksam ge-macht, entschuldigte sich Delfin in sichtlicher Verlegenheit 10 ,bei der nächsten Zusammenkunft werde er dem Freunde Redeund Antwort darüber stehen, daß er das apostolische Verbot poli-tischer Tätigkeit niemals verletzt habe. Wenn er in den letztenJahren gleichwohl weltlichen Mächten gegenüber als Mittler undDolmetsch zur Herstellung der Eintracht und des Friedens auf-getreten sei, so sei dies niemals von ihm aus, sondern immer nurauf Ersuchen höchster Behörden geschehen, welchen er sichnicht habe entziehen dürfen. Wie sehr er die Beteiligung geist-licher Personen an staatlichen Dingen mißbillige, das könne derFreund aus dem Schriftchen ersehen, welches er in der letztenFastenzeit gegen den Frate gerichtet habe. Freilich könne ihmBarozzi nun vorhalten: Wie?Andere belehrst du, dich selbstaber belehrst du nicht? Andere warnst du vor dem Diebstahle,du selbst aber stiehlst?" (Rom. 2, 21); doch darüber werde er sichmündlich verantworten. Allem Anscheine nach huldigte Delfindem damals in weitesten Kreisen geteilten naiven Grundsatze,zum Vorteile der Liga, wie er selbst es tat, Politik treiben, das seifreilich ein gutes und verdienstliches Werk; aber eine Politikzum Nachteile der Liga sei höchst verdammenswert. Gewißkonnte er sich darauf berufen, er habe sich nur auf ausdrück-lichen Wunsch der Obrigkeit und zum Besten des Gemeinwohlesund Friedens zu politischen Geschäften herbeigelassen. DenselbenEntschuldigungsgrund mußte er dann aber auch dem Frate zu-gute halten, der seine Gesandtschaften an Karl VIII. ebenfallsnur auf dringenden Wunsch der Behörden übernahm und sichin die schwierigen Erörterungen über die Neuordnung der Ver-ls*