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Peter Delfin : General des Camaldulenserordens (1444 - 1525) ; ein Beitrag zur Geschichte der Kirchenreform, Alexanders VI. und Savonarolas
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DER SANG DES SCHNEIDERS

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Und wenn ihr nach dem Grunde wolltet fragenSo schwer litt ich an meinen Augen Schaden,Daß mir das Nähen nimmer will geraten.O stillet gütig meine bittern Klagen!

Um Schätze nicht noch Kleider möcht' ich bitten,Versorgt mich nur mit irgendeiner Stelle,Ich habe Hunger nun genug gelitten.

Ob hier, ob auswärts fließ' die neue Quelle

Mit jeder macht ihr euren Hansen selig,

Es gilt ihm gleich, wo man ihn auch hinstelle.

Doch helft mir auf der Stelle!

0 zögert nicht, mich warm zu unterstützen,

Und laßt im Elend mich nicht länger sitzen!"

B. DAS ZWIEGESPRÄCH.

Zu Beginn der Fastenzeit 1498 befand sich Savonarola in derschwierigsten Lage. Die Spannung zwischen den um FranzV a 1 o r i als ihren Parteiführer gescharten Frateschen, denzähesten Vorkämpfern der Volksherrschaft, und den mit dieservon Anfang an unzufriedenen, auf Errichtung einer aristokrati-schen Oligarchie bedachten Arrabbiaten war aufs höchste gestei-gert, die Verwandten und Freunde der im August 1497 als Rädels-führer der mediceischen Verschwörung enthaupteten Vornehmenkonnten den Tag kaum erwarten, an welchem sie an Valori, demHaupturheber der Hinrichtung, blutige Rache nehmen konnten,die Leidenschaften waren bis zur Siedehitze erregt. Wie um dieinnere, so tobte der Kampf um die äußere Politik aufs heftigste;hie Frateschen und Frankreich, hie Arrabbiaten und Liga er-scholl die Losung. Als das mächtigste Bollwerk wie der Volks-herrschaft, so der französischen Politik erschien der Frate. Ihngalt es zu stürzen, sollte die Bahn frei werden für die Arrabbiatenund für die Liga. Diesem Zwecke hatte schon der rohe Aufruhrwährend seiner Predigt im Dome am Himmelfahrtsfeste 1497gegolten 1 , der aber zu dem ersehnten Ziele nicht geführt hatte;