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Peter Delfin : General des Camaldulenserordens (1444 - 1525) ; ein Beitrag zur Geschichte der Kirchenreform, Alexanders VI. und Savonarolas
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DELFIN UND SAVONAROLA

Oberen bestellt worden sei; sie suchten es dahin zu bringen, daßer durch Signoriebeschluß ob seiner venezianischen Abstammungals verdächtiger Ausländer ausgewiesen werde. Schon war Bern-hardin im Begriffe, sein Bündel zu schnüren und abzuziehen,als sich die Signorie auf Betreiben des Bannerherrn Ridolfi undauf Fürsprache des Ordensprotektors 85 seiner annahm und ihmden weiteren Aufenthalt gestattete. Unter den Piagnonen desEngelklosters war einer der feurigsten der Laienbruder Anton.Delfm hatte ihn ob seiner halsstarrigen Widersetzlichkeit ex-kommuniziert und stellte ihn als einen Mann hin, welcher wederGott fürchte, noch sich um Kirchenstrafen kümmere und aufszäheste an dem Lügenpropheten hänge, den die Signorie soebenhabe aufhängen und verbrennen lassen. Da er sich aber derBotmäßigkeit des Generals durch die Flucht entzogen hatte, soerbat sich dieser die Hilfe des Bannerherrn, um den Wider-spenstigen zur Rückkehr zu zwingen 06 .

Inzwischen hatte sich das Geschick des Frate längst erfüllt.Delfin weilte zur Zeit der Hinrichtung in Fontebuona, bat aberseinen Freund, den Prior Benincasa, ihm sofort Nachrichtdarüber zu geben; welches auch das Los sein möge, das überden Frate verhängt werde, so sei darin das Ergebnis reiflicherBeratung zu erblicken 97 . Dem Onkel ließ er durch den NeffenViktor, welcher damals auf Besuch bei ihm weilte, mündlichBericht erstatten 98 , dem Freunde B a r o z z i aber teilte er einigeWochen nachher brieflich selbst mit, was er von Augenzeugenvernommen hatte. „Zweimal", so schrieb ihm Delfin 99 , „ward erpeinlich verhört 100 , und zwar zuerst durch die Signorie, sodanndurch den vom Papste zugleich mit dem OrdensgeneraleJoachim Turriani aus Venedig ernannten Bevollmächtig-ten (Franz Romolin aus Spanien), um ihm die Wahrheitabzupressen, welche er nach dem ersten Geständnisse widerrufenhatte; und von der Folter herabgenommen, offenbarte er dennauch, (wie es heißt 101 ), viel mehr Missetaten als zuvor. Nunmehrwurde er mit seinen beiden Genossen Dominikus vonP e s c i a und Silvester von Florenz zum Tode amGalgen verurteilt. Das Urteil wurde am Tage vor Christi Himmel-fahrt (am 23. Mai 1498) vollzogen 102 . In Gegenwart einer dicht-gedrängten Menge und einer großen Anzahl von Ordensleutenwurden sie zuerst degradiert und dann dem weltlichen Arme über-