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DELFIN UND SAVONAROLA
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gung schwer ins Gewicht, Savonarola habe den Gesichten seinesnachtwandlerischen Freundes Silvester Maruffi blindesVertrauen geschenkt 23 . Sehr bemerkenswert ist auch Delfins An-gabe 24 , der Franziskaner Dominikus von Ponzo, welcherEnde April 1496 unter großem Zulaufe des Volkes wiederumgegen den Frate in Florenz auftrat 25 , sei dem Vernehmen nacheben zu diesem Zwecke von gewisser Seite absichtlich dorthinbeordert worden, nachdem er zuvor in Venedig gepredigt hatte.Wie wenig jedoch Ponzo auszurichten und den Einfluß des Oberenvon S. Marco zu brechen vermochte, das lehrt wieder ein Schrei-ben Delfins selbst, in welchem er den Frate um seine Verwendunganfleht, damit die Abtei S. Felix nicht neuerdings als Commendedem Orden des hl. Romuald entfremdet werde und den Kurialenzum Opfer falle. „Wenn ich", schrieb er an ihn 26 , „an Deinegegenwärtige Lage denke, ehrwürdiger Vater, so scheinst Dumir in Florenz, wo Du das Wort Gottes mit solchem Eifer ver-kündest, zum Falle und zur Auferstehung vieler gesetzt (Luk. 2,34). Was ist denn auch anderes von Dir zu erwarten, wenn Dudas Schwert des Geistes zückst und den Hammer des Evangeliumsschwingst und in die Posaune des Heiles stoßest, als daß DuSchrecken einflößest, zu Boden schleuderst und zerschmetterst,ausrottest und zerstörst, vernichtest und zerstreust? Wenn Dudann aber das Volk tröstest und aufrichtest und mit süßem Wortezu einem christlichen Leben und zum Fortschritte im Guten er-munterst — bist Du da nicht der Stab der Gesunkenen und dieStütze aller, welche wandeln im Angesichte des Herrn?" Wirwerden uns freilich hüten, diese Lobsprüche allzu ernst zu neh-men; Delfin redete, was er so gut verstand, dem zu Gefallen, vonwelchem er einen nicht unwichtigen Dienst erwartete. Aber un-verkennbar unterlag doch auch er mehr, als er selbst wahrhabenmochte, dem Banne der machtvollen Persönlichkeit des Frate,zu welchem sich eben damals zahlreiche angesehene Männer insKloster zurückzogen, wie Delfin seinem Onkel berichtete 27 . SolcheFälle kamen freilich auch sonst vor 28 , ereigneten sich aber be-sonders häufig, das gab Delfin selbst zu 29 , unter dem Eindruckeder Predigt des Frate. Florenz brauche sich daher vor demGerichte Gottes nicht zu ängstigen; denn Gott drohe zwar denVölkern, wenn sie nicht mehr auf dem rechten Wege wandelten,durch den Mund seiner Propheten und Prediger mit seinem Zorne,