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Peter Delfin : General des Camaldulenserordens (1444 - 1525) ; ein Beitrag zur Geschichte der Kirchenreform, Alexanders VI. und Savonarolas
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DIE PRAKTISCHE REFORM JUSTINIANS

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reißenden Gewalt seiner Persönlichkeit und Beredsamkeit er-folgreich gewirkt. Sein furchtbarer Tod hatte der hehren Sacheder Kirchenreform, welcher sein Herz sein ganzes Leben langausschließlich schlug, nicht nur nicht geschadet, sondern imGegenteile erst recht Vorschub geleistet, da er die Aufmerksam-keit weitester Schichten über die Mauern von Florenz hinaus aufsie lenkte und die Reformsehnsucht verstärkte und ausdehnte.Sein Wort hatte nicht nur in S. Marco und nicht nur in Florenz,sondern auch in anderen Städten Italiens, und ganz besonders inVenedig gezündet, wo seine Schriften und Predigten immer wie-der gedruckt wurden und Auflagen um Auflagen erlebten 25 . AusVenedig kamen Quirin und Justinian, und als dieser nach demHinscheiden seines unvergeßlichen Freundes das lässige Camal-doli Delfins verließ, um dem Orden Romualds einen neuen Zweigeinzupfropfen 26 , trug mit seinem bewunderungswürdigen Büß-eifer auch er zur Ausbreitung jener Reformstimmung bei, in wel-cher nicht nur die von ihm angeregten Stifter des Kapuziner-ordens, sondern auch die mit ihm aufs innigste befreundetenCajetan von Tiene und Johann Peter Carafa, derspätere Paul IV., beide die kräftigsten Säulen der segensreichaufblühenden Bruderschaft der göttlichen Liebe zu Rom 27 , sowieandere ausgezeichnete Männer und Frauen lebten und schwebten.Mit dem V. Laterankonzile hatte diese ganze Bewegung nichtdas Geringste zu tun 28 ; sie hatte längst eingesetzt, ehe das Konziltagte, das von allem tieferen religiösen Geiste vollkommen ver-lassen war. Aber auch diese neuen fruchtbaren Pflanzungenwären wohl nicht lange gediehen, sondern in der versengendenSonnenglut des allgemeinen Verderbens sehr bald verdorrt, hättenicht das in seinen religiösen Wirkungen gar nicht zu überschät-zende grauenhafte Ereignis der Eroberung und Plünderung Roms(6. Mai 1527) 29 die Geister nicht nur in der Ewigen Stadt selbst,sondern in ganz Italien aufs tiefste erschüttert und zu jenen altenVerheißungen Savonarolas zurückgelenkt, die der römischenKirche mit erbarmungsloser Züchtigung drohten, auf welche danndie Erneuerung folgen müsse. Nun hatte die Schicksalsstundegeschlagen, ein Schauder ging durch die katholische Welt. Undnun war auch die Reform allen Schwierigkeiten, allen Hinder-nissen zum Trotz, nicht mehr aufzuhalten.

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