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Peter Delfin : General des Camaldulenserordens (1444 - 1525) ; ein Beitrag zur Geschichte der Kirchenreform, Alexanders VI. und Savonarolas
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HADRIAN VI. UND CLEMENS VII.

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Erbfeind der Christenheit sammeln werde 51 . Mit größter Un-geduld sehe man seiner Ankunft entgegen; der Ruf seiner auf-richtigen Frömmigkeit und Heiligkeit sowie seiner außerordent-lichen Gelehrsamkeit eile ihm allenthalben voraus. Seine Er-hebung sei um so freudiger zu begrüßen, als sie fast einstimmigund ohne einen Schatten von Simonie erfolgt sei, und da er einvenezianisches Schiff zur Fahrt nach Italien erkoren habe, so seiseine Zuneigung zu Venedig offenkundig, und mit dem Erlöserkönne der Senat sprechen:Ich und der Vater sind eins"(Joh. 10, 30) 52 . Delfin hoffte und wünschte, ein so gelehrter,tüchtiger und unbescholtener Mann wie der Kardinal Grimani,sein ehemaliger heftiger Gegner in Sachen des Carceriklosters,mit welchem er sich jedoch längst wieder ausgesöhnt hatte, mögeEinfluß auf Hadrian gewinnen 53 , ebenso der Kardinal M e d i c i,Avelcher ihn aus weiter Ferne herbeigerufen habe 54 , nicht minderder Kardinal Piccolomin i 55 . Je mehr sich in der ita-lienischen Öffentlichkeit die Stimmen der Unzufriedenheit unddes Ärgers über die jüngste Wahl mehrten, um so geflissentlicherschien es Delfin darauf angelegt zu haben, ihn in seinen Briefenzu preisen und zu verherrlichen. Eine fast schwärmerische Ver-ehrung sprach aus dem Schreiben, in welchem Delfin dem neuenPapste Glück wünschte 56 ; alles Beste traute er ihm zu, allesHöchste erwartete er von seiner einzigartigen Tugend und Weis-heit, und es hatte etwas Tragisches an sich, wenn er in demAugenblicke die Sehnsucht ausdrückte, es möge wieder einHirt und eine Herde sein, da die abendländische Christenheitdurch die deutsche Reformation in heilloser Trennung aus-einanderfiel. Vom Erzbischof Christoph Marcello vonKorfu mit einem Bildnisse Hadrians beschenkt, hatte er darandie größte Freude; er hing es in seinem Schlaf gemache auf, umes jederzeit vor Augen zu haben 57 . Endlich glaubte er die Sehn-sucht seines Lebens erfüllt zu sehen und den wenigstens im Bildezu schauen, von welchem er die Erneuerung der Kirche erwartete,da rief der Tod auch ihn ab 58 , und Julius Medici, einVetter Leos X., trat als Clemens VII. an seine Stelle, der letztePapst, welchen Delfin begrüßen durfte. Zwar rühmte er in demGratulationsschreiben, welches er an ihn richtete 59 , seine Klugheit,langerprobte Geschäftsgewandtheit, Seelengröße, Frömmigkeit,Bescheidenheit, echt mediceische Freigebigkeit und Wohltätigkeit;

15 Schnitzer, Peter Delfin