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Peter Delfin : General des Camaldulenserordens (1444 - 1525) ; ein Beitrag zur Geschichte der Kirchenreform, Alexanders VI. und Savonarolas
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NEUE VERGEBLICHE UNTERHANDLUNGEN

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Italien, vom Wunsche beseelt, im Schatten seiner Flügel zuwohnen, und in der Erkenntnis, daß er seine Vormacht nichtseiner Herrschsucht, sondern der Gerechtigkeit seiner Sache zudanken habe 69 .

Es hat etwas Tragisches an sich, wenn Delfm ganz im Einklängemit seinen Landsleuten in einem Augenblicke von einer Vorherr-schaft der Lagunenstadt über ganz Italien träumte, da die Toten-gräber ihrer Größe schon vor der Türe standen. Nicht wenigtäuschte er sich wiederum, wenn er den Florentinern Freude anvenezianischer Machterweiterung zutraute, welche nachgeradeden Haß und die Eifersucht nicht nur der italienischen Staaten,sondern auch des Auslandes herausforderte 70 . Politischen Scharf-sinnes durfte sich Delfm somit keinesfalls rühmen; er hatte aberbei seinen politischen Geschäften auch kein ganz reines Gewissen.Von seinem Onkel Peter Delfm um Nachrichten über den pisa-nischen Krieg gebeten, erklärte er unter Berufung auf Paulus(2. Tim. 2, 4), kein Streiter Christi dürfe sich in weltliche Händelverwickeln oder in politische Dinge einmischen, die voller Gefahrfür das Seelenheil seien, gab dann aber die gewünschte Auskunftdoch 71 . Noch weniger glaubte er sich dem Willen der vene-zianischen Regierung, die seine politischen Dienste heischte,entziehen zu dürfen; immer wieder ließ er sich zum Zwischen-händler und Auskunftsmann herbei. Als er im April 1497 inseiner Vaterstadt weilte, erstattete er dem Dogen über die floren-tinischen Verhältnisse, über die herrschende Hungersnot, Pestund Uneinigkeit ausführlichen Bericht 72 . Auf beiderseitiges Ver-langen der Florentiner und Venezianer machte er im August 1498während seines Aufenthaltes in S. Michael neuerdings den poli-tischen Unterhändler, erzielte aber diesmal sowenig einen Erfolgwie früher; mißmutig verschwor er es, sich jemals wieder mitsolchen Dingen abzugeben, es sei denn, er verfalle in Irrsinn 73 .Daß er die kriegerischen Verwicklungen seiner Heimat mitJulius IL aufs tiefste beklagte, verstand sich von selbst, wiees sich auch von selbst verstand, daß er seine Landsleute gegendie Beschuldigung entschieden in Schutz nahm, sie hätten mitihrer unersättlichen Ländergier all die gegenwärtigen undfrüheren Übel auf dem Gewissen; mehr als bei den Haarenherbeigezogene Bibelsprüche wußte er jedoch zu ihrer Verteidi-gung nicht anzuführen 74 . Daß er, der sich ehedem über die