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DELFIN UND DIE POLITIK
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18. Juli 1496 seinen Beitritt zur Liga unterzeichnete 60 . Delfinbegrüßte ihn freudig. „Die Engländer", schrieb er wieder anseinen Onkel 01 , „sind nach der Auslegung Gregorsd. Gr. Engel,von diesen aber heißt es: ,Der Herr wird seine Engel aussenden,und sie werden aus seinem Reiche alle Ärgernisse sammeln'(Matth. 13, 41). Ihrer wird er sich, wenn nötig, bedienen, umdie Ärgernisse der Franzosen zu beseitigen, und dann wird sichjedes Land des Friedens und der Ruhe erfreuen." Aber auch aneiner schließlichen Verständigung mit den Florentinern zweifelteder General um so weniger, als er einerseits doch auch in Venedigeinsichtige Männer kannte, welche einer Rückgabe Pisas anFlorenz das Wort redeten 62 , andererseits aber in der Anlehnungder neuen florentinischen Verfassung an die venezianische einenBeweis aufrichtiger Zuneigung der Florentiner für Venedig er-blickte. „Die Florentiner", so teilte er einem Freunde mit 6 ',„scheinen gegenwärtig jene göttliche und himmlische Regierungs-form (der Venezianer) nachahmen zu wollen, und es sind nichtetwa nur einige angesehene, mit dem venezianischen Staatswesenvertraute Bürger, welche ihnen dies angelegentlich empfehlen 64 ,sondern denselben Rat erteilt ihnen auch ein hochgeschätzterKanzelredner in seinen Predigten 65 ." Um ihres venezianischenEinschlages willen fand sich Delfin auch mit der ihm an sichnicht sehr sympathischen florentinischen Volksherrschaft ab;wenn sie sich zu behaupten vermöge, äußerte er sich 66 , so dürfesie als gut erachtet werden, jedenfalls aber sei sie das geringereÜbel im Vergleich zu jener „ganz üblen und durch und durchschlechten tyrannischen 67 ". Nicht wenig geschmeichelt fühlte ersich 68 , wenn er aus dem Munde seiner florentinischen Freundedas schallende Lob seiner Landsleute vernahm, ihrer strengenGerechtigkeitspflege und Bündnistreue, welcher sie ihre gewal-tigen Eroberungen zu danken hätten. Die Venezianer allein seienden alten Römern vergleichbar, von welchen es 1. Mach. 8,1 heiße,daß sie stark an Kräften waren und alles gewährten, worum mansie bat, nämlich ihren Verbündeten die Herrschaft, während sieihre Feinde dem Untergang weihten. Wohl fehle es in Florenznicht an Neidern, welche eine weitere Ausdehnung der vene-zianischen Macht mit scheelen Augen betrachteten. Die ver-nünftig und vorurteilslos Denkenden jedoch freuten sich hierüberund gönnten dem venezianischen Löwen die Monarchie über