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Peter Delfin : General des Camaldulenserordens (1444 - 1525) ; ein Beitrag zur Geschichte der Kirchenreform, Alexanders VI. und Savonarolas
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DELFIN UND DIE POLITIK

drängten ihn, ein Breve gegen sie zu erlassen und ihnen dieungeheure Torheit ihres französischen Bündnisses zum SchadenItaliens und der christlichen Religion vor Augen zu führen. Ermöge ihnen überdies androhen, daß er gegen sie, die offen-kundigen Störenfriede der Ruhe Italiens und des Gemeinwohles,den Kirchenbann verhängen werde. Es wäre auch gut, wenn erjenen skandalösen und aufrührerischen Mönch, den Volksver-führer, der unter dem Scheine der Frömmigkeit alle Übel jenerStadt verursache, zur Verantwortung vorladen würde 48 . DerPapst möge sodann nicht nur die Pisaner, sondern auch dieSienesen in ihrem Widerstand gegen Florenz bestärken; diebesten Dienste könnte hierbei der Kardinal P i c c o 1 o m i n i vonSiena leisten, mit welchem sich der Gesandte daher besprechensolle 10 .

Die Umtriebe der Venezianer im Schöße der Liga und beson-ders am römischen Hofe waren in Florenz durchaus keinGeheimnis, man wußte auch sehr wohl, daß gerade sie bei dengefährlichen Bemühungen ihre Hand im Spiele hatten, denMedici aufs neue zur Herrschaft zu verhelfen, vor welcher denFrateschen ebenso wie den Arrabbiaten graute. Die Zehnmänner 59betrauten daher, um solchen Umtrieben zu steuern, einen derangesehensten Bürger, dessen Name auch in Venedig einen gutenKlang hatte, mit einer Sendung an Peter Delfin in Fontebuona,welcher darüber sofort an den Dogen Barbarigo und an denSenat seiner Vaterstadt ausführlichen Bericht erstattete 51 :Heuteerschien bei mir der Florentiner Johann BaptistRidolfi, welcher Euch von seinem Aufenthalt in Venedig undvon seiner Gesandtschaft her sehr wohl bekannt ist, überreichtemir ein Beglaubigungsschreiben der Zehnmänner und richtetemir sodann seinen Auftrag, wie folgt, aus. Zunächst gedachteer Eurer Mahnungen und Angebote, welche Ihr mir im ver-gangenen Sommer an die florentinische Signorie auftrugt, undlegte dann aufs eingehendste dar, wie sehr die florentinischeRegierung den Einmarsch der Franzosen in Italien in vollerErkenntnis seiner Verderblichkeit abzuwenden getrachtet habe.Wie sich dann dem König, als er in Florenz weilte und damitumging, die Herrschaft Peter Medicis wieder herzustellen, etwasechshundert Bürger widersetzten und freimütig erklärten, das flo-rentinische Volk wolle es eher auf das Äußerste ankommen lassen,