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Peter Delfin : General des Camaldulenserordens (1444 - 1525) ; ein Beitrag zur Geschichte der Kirchenreform, Alexanders VI. und Savonarolas
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DEUTSCHE ANGST VOR DEM KIRCHENBANNE

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heimkehrenden König 37 , von der ungeheuren Enttäuschung desVolkes über die Weigerung des Franzosen, die von Peter Mediciabgetretenen festen Plätze herauszugeben, von den lockendenAngeboten Bentivoglios von Bologna, des Papstes und desMohren von Mailand und von der angeblichen Sehnsucht derBürgerschaft nach einem Bündnisse mit Venedig 38 , von denflorentinischen Waffenerfolgen und Niederlagen im Kriege gegenSiena, Montepulciano und Pisa 39 , von der Aufnahme der Nach-richt über den ligistischen Sieg bei Fornuovo am Taro (6. Juli1495) 40 , von der zunehmenden Verfeindung der in Pisa lagerndenFranzosen mit ihren florentinischen Verbündeten 41 , von derErbauung des großen Saales im Signorenpalast 42 und von derunaufhörlichen Verstärkung des florentinischen Heeres gegenPisa mit Truppen, Kanonen und Kriegsmaschinen 43 .

Da es den Venezianern trotz aller Liebesmühe nicht gelang,Florenz zu sich und zur Liga herüberzuziehen, so setzten sie alleHebel in Bewegung, um den Papst scharf zu machen und zurAnwendung seiner geistigen Waffen gegen die störrischen Fran-zosen und Florentiner zu bestimmen. Sie wiesen ihren römischenGesandten an, täglich und stündlich in den Heiligen Vater zudringen, unverzüglich gegen den König einzuschreiten und ihnunter Strafe des Kirchenbannes und Interdiktes aufzufordern,binnen zwanzig Tagen von aller Belästigung Italiens abzustehen,widrigenfalls er selbst und seine Truppen den erwähnten Strafenverfallen sein sollten. Verbinde er die zeitlichen Strafen mit dengeistigen, dann sei alles gewonnen 44 . Dadurch würden nicht nuralle Völker Italiens und der Christenheit mit grimmigem Hassegegen den König von Frankreich erfüllt, sondern es würde sichsein ganzes Heer auflösen, besonders aber würden die Deutschen-,seine Kerntruppen, von ihm abfallen, und der Sieg der Ligawürde zum Kinderspiele"; denn gerade die Deutschen hegten diegrößte Scheu vor dem Kirchenbanne und fürchteten sich vor ihmam meisten, und das mit Recht 48 . Die Venezianer richtetenjedoch nicht viel aus. Der Papst verbot zwar den Schweizerndie Beteiligung am ligistischen Kriege, was aber so wenig half,daß sich nicht einmal der Bischof von Sitten abhalten ließ, nochim Herbste 1495 dem Könige mit dreitausend Mann zu Hilfe zukommen". Wie gegen Karl VIII., so gaben sich die Venezianerredliche Mühe, den Papst gegen die Florentiner aufzubringen. Sie