DER VENEZIANISCHE UNTERHÄNDLER
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senen Medici als „tyrannisch, durch und durch schlecht undgrundverdorben"." Immerhin fehlte es dem Generale auch nichtan warmen Beziehungen zu einzelnen Frateschen; er stand nament-lich gut zum Hause Soderini, mit Peter Soderini, demspäteren lebenslänglichen Bannerherrn, und mit PaulantonSoderini) einem der angesehensten Frateschen, war er be-freundet 27 , auch mit Baptist Ridolfi, der wie Paulantoneiner der Führer der Piagnonen war, hatte er Fühlung. Die Vene-zianer hatten somit in Delfin einen Mann zur Verfügung, der wienicht leicht ein anderer zum Unterhändler mit Florenz geschaffenschien, und sie säumten nicht, seine Dienste in Anspruch zunehmen. Gelegentlich seines venezianischen Aufenthaltes im Früh-jahr 1495 beauftragten sie ihn, an Paulanton Soderini,seinen vertrauten Freund, ein Schreiben zu richten, dessen Inhaltvom Senate zuvor eingehend beraten war und in der die Beteuerunggipfelte, Venedig nehme am Geschicke des florentinischen Staatesaufrichtigen Anteil, die Florentiner könnten also nichts Besserestun, als sich ihm vertrauensvoll anzuschließen, d. h. eben der Ligabeizutreten 28 . Der Senat beschloß überdies*, in der Erwägung,daß man die Florentiner mit allen Mitteln von einer engeren Ver-bindung mit dem französischen Könige zurückhalten müsse, „denCamaldulensergeneral Peter Delfin, einen ebenso weisen wie unbe-scholtenen Mann, der gegenwärtig nach Florenz zu reisen im Be-griffe stehe, wo er die besten Beziehungen habe und bei den Bür-gern in größtem Ansehen stehe", durch den Dogen anweisen zulassen, er möge seine Reise möglichst beschleunigen und dieflorentinischen Machthaber der wärmsten Fürsorge nicht nurVenedigs, sondern auch Mailands und des Papstes für ihre Stadtversichern 29 . Zugleich wurden die venezianischen Gesandten zuMailand und Rom von Delfins Sendung in Kenntnis gesetzt, dieflorentinische Regierung, auf daß sie sich nicht etwa Karl VIII.in die Arme werfe, von den militärischen Vorkehrungen zu unter-richten, welche von Venedig und Mailand im Gebiete von Parmagetroffen worden seien, um dem Könige den Weg zu verlegen unddie Ruhe Italiens wie die Freiheit von Florenz zu verbürgen; zudemselben Zwecke werde auch der Kaiser nach Italien kommen 30 .Delfin flog daraufhin beinahe nach Florenz, wo er schon am
* Siehe Anhang Nr. I.