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DELFIN UND DIE POLITIK
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tritte in dieses Bündnis wurden sofort auch die Florentiner aufsdringendste eingeladen; konnte es doch seinen Zweck, die Hinaus-werfung des siegreichen Königs aus Italien, nur erreichen, wennalle italienischen Staaten wie e i n Mann zusammenhielten. DieMeinungen gingen aber in Florenz, wie es wenigstens nach außenhin schien, weit auseinander, berührten sich jedoch im Grundenäher, als die beiden Hauptparteien selbst wahrhaben wollten. DieArrabbiaten waren Feuer und Flamme für den Anschluß an dieLiga, aber völlig bedingungslos wagten auch sie ihn nicht zu befür-worten. Die Frateschen waren dagegen, aber unter bestimmtenVoraussetzungen hätten auch sie sich gewinnen lassen. Ein Sorgen-kind lag nämlich der ganzen Stadt ohne Rücksicht auf Partei-zugehörigkeit schwer am Herzen — Pisa. Hätte man durch dieLiga Pisa zurückerhallen, so hätten sich nicht nur dieArrabbiaten, sondern auch die Frateschen für sie erklärt 28 .Nun aber wußte man sehr wohl, daß gerade die Venezianerdas schwerste Hindernis der Wiedergewinnung Pisas bildeten;vorzüglich verstanden sie es, im trüben zu fischen und diedurch den französischen Einfall verursachten Wirren zu ihremVorteile auszubeuten. Wie sie nach der Heimkehr des Königsverschiedene apulische Küstenplätze an sich gerissen hatten, Brin-disi, Trani, Otranto und andere, so gedachten sie sich nun auchPisa anzueignen und so an der tyrrhenischen Küste festzusetzen 24 ,ein Vorhaben, das dem gemeinsamen Widerstände der Arrabbiatenund Frateschen begegnete. Die Venezianer waren es überdies,welche die Rückkehr der Medici eifrig begünstigten 25 , in der Hoff-nung, die Florentiner Truppen hierdurch von Pisa abzulenken unddie Stadt selbst durch innere Streitigkeiten und Schwierigkeitenzu schwächen; von einer Herstellung der Medici wollten aber dieArrabbiaten sowenig wissen wie die Frateschen. Daß aber untersolchen Verhältnissen die venezianischen Lockrufe zum Anschlüssean die Liga in Florenz taube Ohren finden mußten, lag auf derHand.
Für Delfin freilich verstand es sich von selbst, daß die Blumen-stadt nur im Schöße der Liga und an der Seite Venedigs am Platzesei. Gleich der Liga und gleich Venedig hielt er es mit denArrabbiaten, mit ihnen ging er in allen Fragen der äußeren undinneren florentinischen Politik durch dick und dünn, mit ihnenverdammte er die Herrschaft der von ihm ehedem so hoch geprie-