DAS AUSLAUFBUCH
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eingegangenen Schreiben abfaßte und dem Boten zur Übermitte-lung an den Empfänger aushändigte; zuvor aber trug er sie inzeitlicher Reihenfolge in das große Auslaufbuch ein, aus welchemetwa nötige Neuausfertigungen leicht hergestellt werden konnten.Für gewöhnlich schrieb Delfin die Briefe sowie die Einträge indas Auslauf buch selbst; nur wenn er durch Gicht daran gehindertwar, was in späteren Jahren öfter der Fall war, diktierte er sieseinen Schreibern, deren er beständig zwei bis drei um sich hatte,in die Feder 3 . Das von Delfin geführte Auslaufbuch, zum aller-größten Teile von seiner eigenen zierlichen, sehr gut lesbarenHand, nur selten in fremden Zügen geschrieben, sauber gehaltenund mit unverkennbarer Sorgfalt angelegt, ist uns nun in denvier dicken Foliobänden Manoscritti Conventi E 3, 405 derNationalbibliothek zu Florenz überliefert, wohin es bei Auf-hebung Fontebuonas mit den anderen kostbaren Schätzen diesesKlosters gewandert war. Bei näherer Prüfung ergibt sich jedoch,daß der erste Band aus zwei, irrtümlich zusammengebundenenTeilen (= Ia und Ib) besteht; das Gesamtwerk setzt sich also inWirklichkeit aus fünf Teilen zusammen, welche die folgendenZeiträume umspannen:
I. (= Ia) vom 15. Dezember 1480 bis 4. Februar 1492;
II. vom 4. Februar 1492 bis 30. Dezember 1498;
III. vom 2. November 1498 bis 25. Juni 1505;
IV. vom 25. Juni 1505 bis 13. Juni 1513;
V. (= Ib) vom 13. Juni 1513 bis 9. August 1517.
Wie ersichtlich, umfassen die ersten vier Teile die Zeit desGeneralats von der Wahl (10. Dezember 1480) bis zur Absetzung(13. Juni 1513); die Briefe des fünften Teils sind meist nur mehrpersönlichen Inhalts, obschon Delfin den Titel General über denganzen Orden und die Amtsgewalt eines solchen wenigstens überdie Konventualen beibehalten hatte, amtliche Schreiben also auchnoch nach dem 13. Juni 1513 ausgeben konnte. Daran, daß dieBände der florentinischen Nationalbibliothek das eigenhändig ge-schriebene Auslaufbuch Delfins darstellen, kann kein Zweifel ob-walten — Bemerkungen am Rande, von der Hand des Textesgeschrieben, Änderungen in diesem selbst, wie sie nur der Ver-fasser vornehmen konnte 4 , beweisen es.
Delfin fertigte im Winter 1515/16 zu den damals abgeschlosse-nen vier Bänden seiner Generalatsbriefe — der fünfte war damals