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Peter Delfin : General des Camaldulenserordens (1444 - 1525) ; ein Beitrag zur Geschichte der Kirchenreform, Alexanders VI. und Savonarolas
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STELLVERTRETER DES ABTES

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Heiligkeit nach hervorragendsten Orden pries, welcher allerdingsin letzter Zeit schwere Einbußen erlitten und eine Reform drin-gend vonnöten habe.

Delfin redete für den Orden, Abt Donato handelte. Der Kardi-nal Philipp Calandrino von Bologna, Bruder Niko-laus' V., hatte die Abtei St. Apollinare in Classe, welcher das alteS. Severo einverleibt war, in Commende und war geneigt, siegegen eine jährliche Pension anderweitig zu vergeben. Es fehltenicht an Bewerbern mit verlockendem Angebote, so daß die ernsteGefahr eines Verlustes der altehrwürdigen Stätte auf unabsehbareZeit drohte 29 . Abt Donato begab sich 1474 nach Rom, um dieseGefahr abzuwenden und das bedrohte Kloster für den Orden unddie Kongregation von Venedig zu retten. Die Verhandlungenzogen sich in die Länge, fast ein halbes Jahr mußte Donato untergroßen Kosten in der Ewigen Stadt verweilen, brachte es dannaber doch glücklich dahin, daß der Kardinal die Abtei gegen einejährliche Pension von 500 Dukaten, für welche das KlosterS. Michael gutstand, an die Kongregation mit der Bestimmungabtrat, sie dürfe nur mehr Äbte auf drei Jahre erhalten und niemehr als Commende verliehen werden 28 "; zur Zeit freilich war sieso sehr herabgekommen, daß sie weder Abt noch Konvent mehrbesaß. Für die Dauer der Abwesenheit Donatos in Rom warDelfin von ihm zu seinem Stellvertreter eingesetzt worden, nichtnur die ganze Klosterverwaltung, sondern auch die Sorge um denrüstig voranschreitenden Kirchenbau ruhte somit nunmehr aufseinen Schultern. In den zahlreichen Briefen, in welchen er denfernen Oberen über die großen und kleinen Vorfälle in S. Michaelauf dem laufenden erhielt, stöhnte er über seine schwere, fastunerträgliche Last.Vom Klopfen der Hämmer", klagte er ihm 31 ,habe ich beinahe schon das Gehör verloren; wohin ich michwende, überall stoße ich auf Holz, Stein, Mörtel und Ziegel." Indie größte Verlegenheit sah er sich immer wieder durch den emp-findlichen Mangel an Bargeld und Getreide zur Entlohnung undVerpflegung der Arbeitsleute, unter welchen sich auch floren-tinische Maler befanden 32 , versetzt; flehentlich bat er den Abt umAbhilfe seiner drückenden Not 33 . Dazu kam noch die Sorge umdie Kranken und zu allem Überflusse noch der Schrecken obder dämonischen Belästigungen, welchen die Klosterbewohner,Mönche wie Arbeiter, des Nachts ausgesetzt waren Nach-

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