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VON ROMUALD ZU DELFIN
ohne ihm bei den andern zu steuern 58 . Wenn nun auch der vonden Generalkapiteln vorgeschlagene Weg nicht zum ersehntenZiele führte, so war der Observantismus, von Eugen IV. eifrigunterstützt, doch schon so kräftig, daß sich auch die Camaldulen-ser seiner nicht mehr erwehren konnten. Abt V e n i e r führtedie Observanz schon 1408 mit Zustimmung des venezianischenSenates in S. Michael ein 57 ; er war auch die Seele und treibendeKraft der Vereinbarung, welche 1446 zwischen neun Kloster-oberen, unter ihnen außer ihm selbst die Priore von S. Mathias,von den Engeln und S. Benedikt bei Florenz, zustande kam, eineObservantenkongregation mit der Wirkung zu bilden, einen dergrößten Krebsschäden, die Lebenslänglichkeit der Ordensämter,abzuschaffen und künftig nur mehr dreijährige Amtsdauer zu ge-statten. Eugen IV. billigte diese Übereinkunft freudig 68 , sank aberschon bald ins Grab (1447). Sein Tod war für den Observantismusein harter Schlag, auch von den Säulen der eben errichteten Kon-gregation barsten verschiedene. Mehrere von den erwähnten neunOberen wandten sich nämlich an Nikolaus V. mit der Bitte,der kürzlich getroffenen und vom Papste bestätigten Abmachungungeachtet lebenslänglich im Amte bleiben zu dürfen, was ihnenbereitwillig gestattet ward 58 . So war die Reform kläglich geschei-tert, noch ehe sie recht ins Leben getreten war. Ganz spurlos gingsie jedoch nicht unter. Sie lebte in der Kongregation vonVenedig fort, welche in S. Michael auf Murano Herz undHerd hatte und an der Abschaffung der lebenslänglichen Amts-führung unerschütterlich festhielt.