DIE ÄLTESTEN SATZUNGEN
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sofort an; Valdicastro, wo der Heilige am liebsten geweilt, wo erseine Seele ausgehaucht und seine letzte Ruhestätte gefunden hatte,blieb der Kongregation lange Zeit ferne, und verschiedene Klöster,welche ihr beigetreten waren, rissen sich nach einiger Zeit vonihr los und suchten ihre ursprüngliche Selbständigkeit wieder zuerlangen. Die führende Rolle in der Kongregation spielte aberdoch stets die hl. Einsiedelei; ihr verdankte der Verband alssolcher sein Leben, da sie als starker Magnet die gleichgesinntenGlieder an sich zog.
Mit der zunehmenden Erweiterung der Kongregation stellte sichvon selbst das Bedürfnis ein, die überlieferten Bräuche, welche denneu einverleibten Brüdern ja als Gesetze galten, aufzuzeichnen undallen ans Herz zu legen. Bisher hatte man sich, soweit man mitder Benediktinerregel nicht auskam, an das Vorbild des Stiftersgehalten, auch wohl nach den Weisungen gerichtet, welche PeterDamiani für die vom selben Geiste wie Camaldoli beseelteGenossenschaft von Fontavellana entworfen hatte 8 . Rudolph,vierter Prior von Camaldoli (1074—1088), schrieb 1080 die hierherrschenden Übungen zu Nutz und Frommen der ganzen Kongre-gation in Form von Satzungen nieder 9 , nicht ohne zugleich einigeMilderungen eintreten zu lassen; aber auch so legten sie im hohenSchwünge ihrer Forderungen ein erfreuliches Zeugnis davon ab,daß Romualds Geist in den Herzen seiner Söhne noch nicht er-loschen war. Das ganze Jahr über fasteten sie an drei, währenddes Advents und der Fastenzeit an fünf Wochentagen, barfuß inihren Zellen auf dem Boden sitzend, bei Wasser und Brot; an denübrigen Tagen war Gemüsebrei mit Obst, später an hohen Festenauch Käse, Fisch und Ei gestattet. Fleisch war das ganze Jahrüber strengstens verpönt, ebenso ursprünglich der Wein, der aberspäter an gewissen Tagen gestattet war. Schon kurz nach Mitter-nacht fanden sie sich im Bethause zum gemeinsamen Chordiensteein, ohne nach seiner Beendigung ihr Lager nochmals aufzusuchen.Der Gebrauch der Orgel war unzulässig, wie es auch untersagtwar, den gleichmäßigen Chorgesang mit einer höheren Stimme zuübertönen; einige Brüder, welche hiervon nicht abließen, wurdenverstoßen, da es sich für Einsiedler eher zu trauern als zu jubi-lieren gezieme. Immer gab es auch solche, welche nach dem Vor-bilde Romualds für kürzere oder längere Zeit, wenn nicht fürimmer als Eingeschlossene, inclusi, reclusi in