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Peter Delfin : General des Camaldulenserordens (1444 - 1525) ; ein Beitrag zur Geschichte der Kirchenreform, Alexanders VI. und Savonarolas
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DIE FRANZISKANISCHE ARMUT

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Ermahnungen an das Volk zu richten, und es, ganz im kluniazen-sischen Sinne, vor Simonie und Priesterehe zu warnen, und esmachte nur um so tieferen Eindruck, wenn er mitten in seinerRede in einen Tränenstrom ausbrach, so daß er seinen Vortragunterbrechen und sich zurückziehen mußte 04 . Und wahrlich, mitganz anderem Nachdrucke als die Kluniazenser selbst konnte erfür die Forderungen der Kluniazenser eintreten, er, die verkörperteArmut und Weltverachtung, von Wasser und Brot, von Wurzelnund Kräutern lebend, in einer elenden Bretterhütte hausend undseinen Leib zermarternd, während die Odone, Odilone und Majolein prächtigen Klöstern residierten und an wohlbesetzten Tafelnschmausten. Ein Franz vor dem hl. Franz so wenig er auchin seiner herben, oft abstoßenden Art mit dem milden Heiligenvon Assisi gemeinsam hatte, lebte er den Christen seiner Tagedas arme Leben Christi und der Apostel vor und versöhnte soviele Gemüter, welche am Christentum irre zu werden begannen.Dennallerhand wunderliche-Gedanken waren im Gehirne derMenschen aufgestiegen, dies könne die wahre Kirche unmöglichsein, es müsse noch eine andere geben 05 ", eine reinere, geistigere,heiligere. Und nun glaubten sie diese arme Kirche des armenErlösers zu schauen in Romuald und seinen Söhnen, die alle Güterund Genüsse, an welchen sonst des Menschen Herz hing, verab-scheuten und ihren Leib als ihren Todfeind aufs grausamstezüchtigten, in diesen Einsiedlern, deren die Welt nach einemWorte der Schrift (Hebr. 11, 38)nicht wert war, die umherirrtenin Wüsten und Gebirgen, in Höhlen und Klüften der Erde". Inder für die damalige Zeit unwiderstehlichen Macht ihrer Per-sönlichkeit, in der hinreißenden Kraft ihres lebendigen Beispieleslag das Geheimnis des Erfolges, welchen die Romualde und Nile,die Brunone und Benedikte auf empfängliche Herzen ausübten,auf Männer, wie Otto III., den Dogen Orseolo oder den GrafenOliba von Cusan. Jeder Büßer, welchen Romuald für sich gewann,ward sein Prophet; jede Einsiedelei, welche er hervorzauberte,ward eine Hochburg der Bestrebungen, welche er mit den Bestenseiner Zeit teilte. Sein Geist lebte nicht nur in Pereum, in Parenzo,in Sitria, Valdicastro oder Camaldoli. Er lebte in Vallombrosa,einer Stiftung,. welche auf ihn zurückging 86 , später aber vonJohannesGualbert zu einem eigenen Ordens verbände ausge-baut wurde. Er lebte in Fontavellana 07 , wo Romuald einst lange ge-