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Peter Delfin : General des Camaldulenserordens (1444 - 1525) ; ein Beitrag zur Geschichte der Kirchenreform, Alexanders VI. und Savonarolas
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DER HL. ROMUALD UND SEIN ORDEN

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Geduld und Ausdauer. Zähe, unausgesetzte Kleinarbeit am Heiledes Nächsten war nicht seine Sache. Als ihm die BesserungSt. Apollinares nicht gleich gelang, warf er dem Kaiser den Hirten-stab verzweifelt vor die Füße 72 ; als er mit dem Benehmen desAbtes von St. Adalbert auf Pereum nicht zufrieden war, entfloher sogar über das Meer. Die Unklugheit und Heftigkeit seinesAuftretens schuf ihm viele Gegner und ernste Verfolgungen. Eswaren nicht etwa nur verbrecherische Mönche und sogar Äbte,die ihn körperlich mißhandelten, ja zu ermorden suchten 73 , —seine eigenen Jünger, die beständig um ihn waren, dachten geringvon ihm und gaben nicht viel auf sein Wort 71 . Der MönchIngelbert, welcher ihm in schwerer Gefahr das Leben ge-rettet hatte und auf seinen Antrag hin zum Erzbischofe unter denHeiden geweiht worden war, verschwor sich hoch und teuer,nicht der heilige, sondern der teuflische Geist rede aus ihm 75 ; derMönch T e u z o sprach noch nach seinem Tode unehrerbietigvon ihm und wollte nicht an seine Heiligkeit glauben 78 . Es warnicht selten, als habe er es so recht darauf angelegt, anderenLeuten vor den Kopf zu stoßen. „Ein beschaulicher Mann," soberichtet ein Verehrer über ihn, der ihn persönlich kannte 77 , „hatteRomuald die bemerkenswerte Eigenschaft an sich, daß er denMenschen absichtlich zu mißfallen trachtete, indem er sich dannfür groß hielt und seine Tugend zu bewahren meinte, wenn ermit gutem Gewissen eine Sache betrieb, aus welcher ihm Schmach,Schimpf und Rüge erwuchs." Damit hing vielleicht auch dieRuhelosigkeit seines Wesens zusammen, jene nervöse Unrast,welche ihm den Vorwurf der Unbeständigkeit, levitas, zuzog 78 .Kaum hatte er eine Siedelung begründet, so machte er sich, ohnesich um das Gedeihen der alten zu kümmern, an neue, klettertebergauf und bergab und scheute nicht Mühe noch Schweiß, seinWerk zu verbreiten. Dann aber konnte er auch wieder jahrelangam selben Flecke verweilen, in seine Zelle verschlossen und inhimmlische Betrachtungen verloren 79 , welche ihm die Zelle zumParadiese machten. Obschon er aus Cassian wußte, daß äußereBußübungen niemals Selbstzweck sein könnten, so schätzte er siedennoch sehr hoch, da sie auch nach Cassian immerhin Mittelzum Zwecke waren, der mystischen Vereinigung mit Gott, desHimmels auf Erden, teilhaftig zu werden. An fünf Tagen derWoche fastete er bei Wasser und Brot, nur am Sonntage und