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DER HL. ROMUALD UND SEIN ORDEN
samer Tod waren sein sicheres Los 7 . Das erfuhr auch Romuald,als er nicht aufhörte, das zuchtlose Treiben seiner Mitbrüder miternsten Worten zu rügen. Ergrimmt über die Vorwürfe des jun-gen Novizen, beschlossen sie, ihn vom Söller des Klosters herabzu-werfen, erteilten dann aber, als der Herzogssohn, ihrem mörderi-schen Anschlage glücklich entronnen, die Erlaubnis zum Austritteaus dem Kloster erbat, um einem vollkommeneren Leben zu oblie-gen, mit größter Freude ihre Einwilligung 8 .
Die drei Jahre, welche Romuald in St. Apollinare verbracht(972—75), und die Erfahrungen, welche er hierbei gesammelthatte, entschieden über sein ferneres Leben. Er hatte sich über-zeugt, daß das Leben im Kloster unter den nun einmal gegebenenVerhältnissen, weit entfernt, die innere Erbauung zu fördern, imGegenteile die größten Gefahren in sich berge, und daß man, umder Welt zu entrinnen, vor allem dem selbst zur Welt entartetenKloster entfliehen müsse. So schied er aus dem Kloster und nahmzur Einsiedelei seine Zuflucht. In den Trümmern der längst zer-fallenen Stadt Heraklea, unweit Venedig, hauste der EinsiedlerMarin und führte ein Leben härtester Abtötung. Tag für Tagbetete er die hundertfünfzig Psalmen ab; ein bißchen Brot, eineHandvoll Bohnen oder sonst ein mageres Gemüse bildete seineeinzige Nahrung. Zu ihm begab sich Romuald und trug ihm dieBitte vor, als sein Schüler aufgenommen zu werden (975). Dasward ihm zugestanden, doch ging ihm, um mit dem Meister dietäglichen Psalmen aufsagen zu können, die Kunst des Lesens ab,das er im Schweiße seines Angesichts bei Marin erst lernen mußte 9 .Dem Gebrauche der Zeit gemäß sparte dieser hierbei mit Schlägennicht. Bei jedem Versehen versetzte er dem Jünger einen Streichauf die linke Gesichtshälfte, bis dieser seinem Wüten mit dem Er-suchen Einhalt gebot: „Bitte, Meister, schlage mich von nun anauf die rechte Seite, denn auf der linken beginne ich das Gehörschon ganz zu verlieren 10 ."
Romuald wäre wohl samt seinem Lehrer gleich so manchenanderen einsamen Klausnern spurlos in der Wildnis verkommenund verschollen, wäre nicht ein Ereignis eingetreten, welches ihnmit einem Schlage in eine ganz neue Welt versetzte. Im Jahre 976fiel zu Venedig der Doge Peter Candidian IV. einem Auf-stande zum Opfer, bei welchem Peter Orseolo I. zu seinemNachfolger ausgerufen wurde, ein besonders ob seiner Wohltätig-